Ein Fall mit Zündstoff:

Ist der Munitionsschredder ein Umweltsünder?

Überschrittene Grenzwerte bei Quecksilber und ein zu niedriger Schornstein - diese Vorwürfe brachten Anwohner in Winsen gegenüber der dortigen Munitionsentsorgungsanlage vor. Genau diese Technik verrichtet nun in Mirow ihren Dienst.

Arbeitet diese Munitionsbeseitigungsanlage bei Mirow innerhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte?
André Gross Arbeitet diese Munitionsbeseitigungsanlage bei Mirow innerhalb der vorgeschriebenen Grenzwerte?

Eine mobile Entsorgungsanlage der Firma Dynasafe hat bei Mirow seit dem Frühjahr mehr als 100 Tonnen Fundmunition vernichtet. Dass die Anlage überhaupt und dann sogar diese große Menge alter Kampfmittel beseitigen dürfte, wundert allerdings den Experten Klaus Koch vom Umweltnetzwerk aus Hamburg. "Die Anlage wurde einer angeordneten Emissionsmessung entzogen und darf eigentlich nur 20 Tonnen im Jahr verarbeiten", sagt er.

Koch hat bereits ein Gutachten über den Mirower Munitionszerleger angefertigt, als dieser noch in Winsen in Niedersachsen stand. Als die mobile Kleinstanlage im Frühjahr nach Mecklenburg kam, war sie im Nachbarland bereits in die Kritik geraten - unter anderem weil Grenzwerte für den Ausstoß von Quecksilber weit überschritten würden. Zudem soll der Schornstein mit zehn Metern zu niedrig sein. Ein weiterer brisanter Punkt dürfte sein, dass die in Niedersachsen lediglich 20 Tonnen pro Jahr verarbeiten durfte.

Hierzulande benötigt die Anlage als mobile Technik nur eine Bauerlaubnis und keine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Auf das Genehmigungsverfahren und die Prüfung durch das Umweltamt hat sich daher auch Fred Tribanek, Leiter der Mirower Außenstelle des Munitionsbergungsdienstes, verlassen. "Aus unserer Sicht ist da alles sauber abgelaufen", sagt er. Die mobile Zerlegeanlage ziehe in einer Woche ab. In Mirow werde sie dann 100 bis 120 Tonnen Munition verarbeitet haben.

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