Straßen-Bäume:

Ist die Birne in der Flasche, gibt's keinen Ärger mehr

Die Früchte in der Seestraße sind kein Abfall. Im Gegenteil. Die Mitarbeiter des Regiehofs ernten sie zwar im Auftrag der Stadt. Aber was danach passiert, sorgt für eine Überraschung.

Die Wildbirne sorgte in der Vergangenheit für Ärger. Das ist jetzt vorbei.
Caroline Wenndorff Die Wildbirne sorgte in der Vergangenheit für Ärger. Das ist jetzt vorbei.

Es klang wie ein Scherz: Die Wildbirnen aus der Seestraße werden zu Schnaps. Das jedenfalls erzählten die Mitarbeiter der Regiehofs. Denn die ernteten am Dienstag die Wildbirnen. Donnerstag werden sie wieder am Werk sein und die andere Straßenseite leer pflücken. „Danach stellen wir die Säcke und Eimer bei einer Familie in der Seestraße ab“, erzählte der Mitarbeiter Fred Hermann.

Und Tatsache: Das Rathaus bestätigt die Information der Grünanlagenpfleger. „Vor einiger Zeit haben sich Einwohner aus der Seestraße mit der Bitte an die Stadt gewendet, die Birnen verwerten zu dürfen“, erklärt Stadtsprecherin Petra Ludewig. Das Rathaus habe dann bereits im vergangenen Jahr entschieden, den Anwohnern die Birnen zu geben. Aus einem einfachen Grund: Die Stadt spart so die Entsorgungskosten. Denn nach der Ernte müsste das grüne Obst kostenpflichtig entsorgt werden. Nun übernehme die Stadt nur die Kosten für die Ernte. „Auf diese Weise unterstützt die Stadt die Eigentümer in der Seestraße, weil dort aufgrund herabfallender Birnen zeitweise ein erhöhter Reinigungsaufwand für die Gehwege entsteht“, teilt Petra Ludewig mit.

Die Anwohner, die säckeweise Birnen vor ihrer Tür stehen haben, würden diese zu einem Fachbetrieb bringen und dort Obstbrand daraus herstellen lassen. Schon 2014 sei dieser so gut angekommen, dass sie die Schnapsproduktion fortsetzen wollen.  So nimmt die unendliche Geschichte der Birnbäume, deren Früchte in den Vorjahren für Ärger sorgte, endlich ein Ende. Sogar mit überraschender Wendung: Wo vorher stinkendes Gärobst lag, gibt es nun Hochprozentiges. Und das kann sogar als „Seebirne“ gekostet werden – in der Luisenstube in der Seestraße.

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