Entsetzen über Wilderei:

Jäger setzen Prämie für Hinweise aus

In diesen Tagen häufen sich Meldungen zu Wildunfällen. Jäger kümmern sich eigentlich um die angefahrenen oder toten Tiere. Ein Fall von Jagdwilderei im Zusammenhang mit einem toten Rothirsch macht die Waidmänner allerdings richtig zornig. 

Der Hegeringleiter Friedhelm Stölting (links) und der Wildbewirtschafter im Hegering, Hans-Joachim Wilck, schauen sich noch einmal die Bilder auf dem Computer an.
Bärbel Gudat Der Hegeringleiter Friedhelm Stölting (links) und der Wildbewirtschafter im Hegering, Hans-Joachim Wilck, schauen sich noch einmal die Bilder auf dem Computer an

Auf dem Computer von Hans-Joachim Wilck haben die Fotos dieser Jagdwilderei einen eigenen Ordner. So ein Fall sei in seiner zehnjährigen Arbeit noch nicht vorgekommen, sagt der Wildbewirtschafter. Worum geht es? In einen schweren Unfall auf der Bundesstraße 96 zwischen Usadel und Klein Nemerow an einem Abend Ende Oktober war auch ein Rothirsch verwickelt. Das tote Tier wurde etwas abseits der Straße abgelegt. Über die Rettungsleitstelle bekam der Jagdpächter am darauf folgenden Morgen die Information, das Tier abzuholen.

Wildbewirtschafter Wilck begleitete den Jäger, denn es war ein starker Rothirsch, der weggebracht werden musste. Doch vor Ort stellten die beiden Männer fest, dass hier schon ein Wilderer am Werke gewesen war. Dem Tier war der Kopf abgetrennt worden. „Recht sachkundig“, so urteilt Hans-Joachim Wilck. Das sei einer gewesen, der genau wusste, was er tat, glaubt er.

Es sei ein „starker, reifer Hirsch“ gewesen, das Alter schätzt Wilck zwischen neun und zwölf Jahren. Über das Geweih könne man nur spekulieren, aber es habe ja wohl das Interesse des Wilderers geweckt. „Wenn man so einen Hirsch jagdgerecht erlegen würde, müsste man 8000 bis 10 000 Euro für die Trophäe berechnen“, schätzt Hegeringleiter Friedhelm Stölting. Für ihn ist diese Jagdwilderei nur die Spitze des Eisbergs. Deshalb habe sich der Vorstand des Hegerings Groß Nemerow entschieden, eine Prämie von 500 Euro für Hinweise auf den Täter auszusetzen. Wer etwas weiß, der solle die Polizei informieren, denn die ermittelt in diesem Fall der Jagdwilderei. Hinweise im Fall des toten Rothirsches nimmt das Polizeirevier in Friedland unter der Telefonnummer 039601 3000 entgegen.

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