Super-Klotz am Haken:

Jetzt ist der Stein Ansichtssache

Ein Sechstonner hat seine wohl letzte Reise angetreten. Er war vor einer halben Million Jahre 500 Kilometer von Schweden bis ins heutige Kieswerk Steinwalde gewandert. Sein Weg führte ihn nun per Laster zehn Kilometer weiter in die Kalkhorst.

Ein Gneis schwebt förmlich durch die Luft. Vor einer halben Million Jahre hatte sich dieser Stein auf eine 500 Kilometer lange Reise von Schweden bis in den Neustrelitzer Kiestagebau begeben.
Anett Seidel Ein Gneis schwebt förmlich durch die Luft. Vor einer halben Million Jahre hatte sich dieser Stein auf eine 500 Kilometer lange Reise von Schweden bis in den Neustrelitzer Kiestagebau begeben.

Erwin Hemke vom Naturschutzbund (Nabu) hat am Freitag dafür gesorgt, dass erneut Findlinge durch Neustrelitz transportiert wurden. Ein sechs Tonnen schwerer Gneis und zwei weitere Schwergewichte waren in Steinwalde beim Kieswerk ans Tageslicht gekommen. Einige Wochen vorher hatte man bei Bauarbeiten in der Sassenstraße einen riesigen Granit gefunden. Zum Kiestagebau Steinwalde hat Erwin Hemke Kontakt so lange, wie dort Kies abgebaut wird. Er holt sich hin und wieder die Genehmigung, um sich auf dem Gelände auf die Suche nach genau solchen großen Findlingen zu machen, um die Sammlung in der Neustrelitzer Kalkhorst zu ergänzen.

Gemeinsam mit dem Stadtförster entsteht seit mehreren Jahren in dem Waldgebiet eine Sammlung besonders auffälliger Gneise. Mit der Cemex Kies Mecklenburg-Strelitz GmbH hat der Neustrelitzer einen Partner gefunden, der ihn in dem Vorhaben unterstützt.

„Man kann nicht sagen, ich will einen Stein finden. Das sind Zufallsfunde“, sagte Betriebsleiter Reinhard Haase. Wenn im Kieswerk ein Schwergewicht ans Tageslicht kommt, weiß er mittlerweile, dass der Nabu-Mann ein Auge darauf werfen wird. Ein Käufer finde sich für diese Schwergewichte ohnehin selten, sagt der Betriebsleiter. Für Uwe Gestewitz von Gefra in Wesenberg sind die tonnenschweren Transporte kein Problem. Auch er hilft mit seiner Technik, wenn der Nabu ihn darum bittet, Findlinge zu transportieren. Das Gewicht sei nicht das Problem, betonte er. Der Findling müsse nur sicher in den Ketten hängen.

Drei der eine Milliarde Jahre alten Steine hatte Gestewitz so geladen. In der Kalkhorst lassen sie sich nun  bestaunen. Rund 120 Tonne dieser Eiszeiterbschaft haben die Naturschützer bereits aus der Kiesgrube geschenkt bekommen.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung