Fleißig, diese Bienen!:

Jetzt wird wieder Honig produziert!

Ja, die Neustrelitzer Bienen sind gut durch den Winter gekommen, sagt ein Bienenfreund. Und er hat auch noch einen Tipp für alle, die die emsigen Tiere mögen, aber dann doch keine eigenen halten wollen.

Otto Lücke gewährt einen Blick in einen Bienenkasten. Dort verstecken sich die Waben.
Andrea Dittmar Otto Lücke gewährt einen Blick in einen Bienenkasten. Dort verstecken sich die Waben.

Im Garten von Otto Lücke summt und brummt es in der Sonne. Die Bienen haben die kalte Jahreszeit überstanden und sind schon wieder unterwegs, um Nektar zu sammeln. Die grünen Kästen auf dem Rasen enthalten die Waben, aus denen später der Honig gewonnen wird. „Ich habe die Bienen im Herbst gut gefüttert. Deswegen sind sie gut durch den Winter gekommen“, erklärt Otto Lücke.

In Kiefernheide haben es die Immen gut. „Mit den Nachbarn haben wir ein gutes Verhältnis, da dürfen die Bienen auch einmal auf dem Kaffeetisch landen. Und von den Krokussen im Garten naschen.“ Doch einem großen Bienenfeind, der Varroamilbe, kam der milde Winter ebenfalls gelegen. Deswegen behandelt Lücke seine Völker mit Ameisensäure, damit die Bienen nicht geschwächt werden. Die neuen Königinnen, die nun zu seinen Völkern gehören, haben für die Milbenbrut einen besonderen Spürsinn und erkennen die Milben in den Waben.

Der Wagen ist in Rente, die Völker bleiben im Garten

Seit drei Jahren hält Otto Lücke seine Bienen nur noch im eigenen Garten. „Mein Bienenwanderwagen stand in Groß Vielen“, erinnert sich der 79-Jährige. Die körperliche Arbeit fällt ihm aber mittlerweile nicht mehr so leicht. Jetzt hat er die Bienenvölker immer im Blick. „Guten Honig gibt es nicht nur auf dem Land, sondern auch in städtischen Gebieten.“ Dafür sollte ein Imker den eigenen Garten auch reichlich bepflanzen. An der Kirsche, den Pflaumen- und Ahornbäumen finden die Bienen genauso Nektar wie am Lavendelbusch und der Efeu-Hecke. Und ein Kleingartenverein ist ebenfalls in Flugnähe.

Durch den Imkerverein Neustrelitz, in dem Lücke im Vorstand sitzt, bestellt der Imker auch Wildblumen wie die Kornrade. Durch den Einsatz von Unkrautmitteln auf den Feldern ist diese Pflanze fast ausgerottet. „Imkereien in der Stadt leiden nicht so stark unter der Chemie der großen Landwirtschaft“, sagt Otto Lücke. Auch die Robinien, die viele als Akazien kennen, stehen in Neustrelitz – und zwar an der Umgehungsstraße. Da bedienen sich die Immen gern. „Diesen gemischten Honig von vielen  Blüten nennen die meisten Imker einfach Blütenhonig oder Sommerblüte“, so Lücke.

Der Neustrelitzer Imkerverein konnte in den letzten Jahren einige neue Mitglieder finden. „Die neuen Imker suchen meist ein naturnahes Hobby, wenn die Kinder aus dem Haus sind.“ Dann organisiert der Verein auch den Erfahrungsaustausch und steht mit erfahrenen Bienenzüchtern zur Seite. Für alle, die den wilden Insekten zugetan sind, empfiehlt Otto Lücke, ein kleines Insektenhotel aufzubauen. „Dort suchen die Wildbienen Schutz, aber man muss darauf achten, dass es eine Rückwand hat. Sonst bauen Bienen dort keine Waben“, so der Imker.

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