Ein Herz für seltene Vögel:

Kakadu-Leidenschaft bringt Züchter auch Ärger ein

Seltene Vögel gibt es in der Kalkhorstsiedlung bei Mario Fritsche. Der passionierte Züchter betreibt seit mehr als 40 Jahren sein Hobby und kümmert sich liebevoll um junge Kakadus. Das gefällt allerdings nicht allen.

Den beiden jungen Gelbhaubenkakadus widmet Mario Fritsche viel Zeit und Liebe.
Andrea Dittmar Den beiden jungen Gelbhaubenkakadus widmet Mario Fritsche viel Zeit und Liebe.

Georgie hebt langsam den Löffel, steckt ihn in den Schnabel und lässt ihn klirrend zu Boden fallen. Der junge Gelbhaubenkakadu stellt vor Schreck sein Gefieder auf. Sein Besitzer Mario Fritsche lacht. „Seit 44 Jahren züchte ich Vögel“, sagt er.

Im Garten der Fritsches in der Siedlung Kalkhorst stehen Vogelvolieren, ein kleiner Teich plätschert. In einem niedrigen Anbau sind die großen Käfige untergebracht, in der die Tiere jetzt überwintern. Als Mario Fritsche den Raum betritt, zwitschern und pfeifen die bunten Papageien durcheinander. „Die sind nur so aufgeregt, wenn jemand Neues da ist“, erklärt Fritsche.

Tiere sind in freier Wildbahn sehr selten

Für den 55-Jährigen begann die Vogelleidenschaft früh. „Schon zu DDR-Zeiten habe ich Sittiche und Papageien gehalten, als kleiner Junge sogar im Keller.“ 1971, daran erinnert er sich genau, hat er mit dem Züchten angefangen. Nach der Hochzeit zog er mit seiner Frau extra in die Kalkhorst, um viel Platz für die Tiere zu haben. „Der Vorbesitzer hatte hier Taubenvolieren, die konnten wir umbauen.“

In der Nachbarschaft gab es viele Tierhalter. Zwei seiner Kakadus hat er seit dieser Zeit. „Ich könnte die beiden gar nicht abgeben. Wahrscheinlich würden sie auch sterben.“ Die beiden Jungtiere werden irgendwann verkauft. 500 Euro oder mehr kosten die Tiere und sind in freier Wildbahn sehr selten. „Es gibt nur noch 13 Tiere“, weiß der Züchter. Und: Die Kakadus können bis zu 100 Jahre alt werden. Die beiden Exemplare sollen deswegen nur an andere Züchter abgegeben werden.

Natürlich engagiert sich Mario Fritsche auch bei den Mecklenburg Strelitzer Vogelfreunden, deren Mitbegründer er nach der Wende war. „Sein Wissen ist wirklich Gold wert“, sagt Vereinschefin Kathrin Tippelt. Junge Vogelzüchter im Verein würden davon immer profitieren. „Aber auch die Nachbarskinder schauen immer wieder neugierig über den Zaun, um nach den Vögeln zu sehen“, sagt Fritsche. Deswegen bedauert er, dass sich Nachbarn an den Tieren stören. „Im Sommer brüten sie und sind ruhig. Sie wollen ja keine Feinde anlocken. Krach machen sie nur mal, wenn eine Katze auf der Voliere sitzt oder es regnet.“ Spätestens um 20 Uhr holt er die Tiere wieder in das Vogelhaus. Über den Streit kommt Mario Fritsche in Rage und schiebt sich die Ärmel hoch. Trotzdem will er sein Hobby nicht aufgeben.

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