Weil es der Bund auch will:

Kammerkanal darf Hauptrolle behalten

Der Kammerkanal soll keine wirtschaftliche Bedeutung haben. Noch in der ersten Hälfte des Jahres drohte das Gewässer deshalb zu einem bedeutungslosen Nebenfluss zu werden. Jetzt gibt es zunächst gute Nachrichten für die Wasserstraße, die Woblitz und Zierker See verbindet.

Der Kammerkanal verbindet die Woblitz in Wesenberg und den Zierker See in Neustrelitz.
Marlies Steffen Der Kammerkanal verbindet die Woblitz in Wesenberg und den Zierker See in Neustrelitz.

Die Stadt hat eine Sorge weniger. Das Bangen, das der Kammerkanal vom Bund nicht mehr die Bedeutung bekommt, wie sie ihm nach Ansicht der Neustrelitzer zusteht, ist nun vorbei. Rathaus-Dezernent Karsten Rohde konnte beim jüngsten Ausschuss für Bau und Stadtentwicklung gute Nachrichten verkünden. In den Stellungnahmen, die im Vorfeld des Bundesverkehrswegeplans 2030 von der Stadt gefordert wurden, hat Neustrelitz nicht nur an den Ausbau der Bundesstraße 96, an den Erhalt von Bahnverbindungen, sondern auch an ihre Wasserstraßen gedacht.

Beim Bund sind die Neustrelitzer nun gehört worden. Im Zuge des Bundesverkehrswegeplans wurde parallel dazu ein Wassertourismuskonzept entwickelt. Der Oberen Havelwasserstraße mit dem Kammerkanal wird jetzt eine hohe Priorität zugesprochen. In den fünf Kategorien zur Gewässerbewertung ist dem Kanal damit nicht nur eine geringe oder mittlere Bedeutung, sondern hohe Bedeutung und damit die oberste Priorität zugesprochen worden. „Als Stadt können wir froh darüber sein“, schätzte Karsten Rohde ein.

Noch im ersten Halbjahr drohte dem Kammerkanal eine ungewisse Aussicht. Unklar war, ob der Bund überhaupt noch Interesse an dem Gewässer hat. Der Wasserweg, der Woblitz und Zierker See verbindet und somit die einzige Zufahrt zum Neustrelitzer Hafen darstellt, sollte aufs touristische Restnetz ohne Mindeststandards an Tiefe und Sichtraumprofil abgeschoben werden. Im Rathaus wollte man diese Pläne gar nicht erst weiter verfolgen, sondern hat sich in einer Stellungnahme dagegen ausgesprochen, so Karsten Rohde. Mit Erfolg.