Entscheidung:

Kant kommt nicht ins Goldene Buch der Stadt

Der Schriftsteller Hermann Kant wird am 14. Juni 90 Jahre alt. Er lebt seit vielen Jahrzehnten in Neustrelitz. Der Bürgermeister möchte ihm zum Geburtstag gratulieren, verwehrt aber eine andere Form der Anerkennung.

Das Goldene Buch der Stadt Neustrelitz. Der Schriftsteller Hermann Kant soll da nicht unterschreiben dürfen.
Archiv Das Goldene Buch der Stadt Neustrelitz. Der Schriftsteller Hermann Kant soll da nicht unterschreiben dürfen.

Der Mann hat seinen Namenszug in viele Bücher geschrieben. Eine Unterschrift wird ihm wohl verwehrt bleiben. Der seit vielen Jahrzehnten in Neustrelitz beheimatete Schriftsteller Hermann Kant darf sich anlässlich seines 90. Geburtstages nicht in das Goldene Buch der Stadt Neustrelitz eintragen.

Die Begründung aus dem Rathaus: „In das Goldene Buch der Stadt tragen sich – neben Ehrengästen – Bürger ein, die sich um die Stadt Neustrelitz in besonderer Weise verdient gemacht haben, was über den Umstand des Wohnsitzes oder Altersjubiläums hinausgeht“, bekräftigt Rathaussprecherin Petra Ludewig.

Kant erhalte wie alle Einwohner, die das 90. Lebensjahr vollenden, eine offizielle Glückwunschkarte der Stadt. Zudem beabsichtige Bürgermeister Andreas Grund – wie auch in der Vergangenheit, Hermann Kant persönlich zu gratulieren.

Wer sich ins Goldene Buch  eintragen darf, das entscheidet der Bürgermeister. In der Vergangenheit haben unter anderem Olympiasieger Olaf Winter, Weltmeister Erich Rebstock, die in Neustrelitz geborene Sängerin Angelika Milster, Slawendorf-Leiter Ingo Pockrandt und die TSG Neustrelitz als Meister der Regionalliga 2013/14 ihre Unterschrift in das Buch gesetzt.

Hermann Kant wird am 14. Juni 90 Jahre alt. Ihm ist am gleichen Tag ein Abend im Neustrelitzer Landestheater gewidmet - als Gemeinschaftsveranstaltung des Aufbau-Verlages und der Theater und Orchester GmbH.

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Kommentare (1)

Bei aller Hochachtung vor seinem Alter, aber warum sollte man im Jahr 2016 einem linientreuen Genossen, Mitglied des ZK der SED und als Präsident des Schriftstellerverbandes der DDR die lange Hand von Kurt Hager, eine Ehrenbürgerschaft verleihen?