Tierverein Mohrchen zieht Bilanz:

Katzenfreunde setzen auf Weihnachtsstimmung

Nach einem guten Jahr für den Mohrchen-Verein gilt es für die Tierschützer nun wieder Anlauf zu nehmen. Denn das Problem mit den herrenlosen Samtpfoten in der Strelitzer Region wird nicht kleiner, wie sich gerade im Spätherbst deutlich zeigt.    

Ute Bremer (links) und Birgit Schäfers kümmern sich aufopferungsvoll um die Stubentiger im Neustrelitzer Katzenhaus.
André Gross Ute Bremer (links) und Birgit Schäfers kümmern sich aufopferungsvoll um die Stubentiger im Neustrelitzer Katzenhaus.

Otto steht nicht so auf den Nordkurier. Der stattliche Kater hat nämlich seinen Stammplatz auf einer Eckbank im Neustrelitzer Katzenhaus und kann es nicht leiden, wenn ihm dieser durch einen Reporter streitig gemacht wird. Doch den hat Birgit Schäfers, die von Beginn im Jahr 2003 an der Tierschutzverein Mohrchen führt, extra eingeladen, um für 2013 Bilanz zu ziehen. Sie und ihre 37 Mitstreiter blicken auf ein gutes Jahr zurück, auch dank der Vermittlungshilfe durch den Nordkurier.

119 Katzen wurden im Tierheim aufgenommen, 71 vermittelt. 53 Samtpfoten bewohnen das Asyl derzeit. Die vorläufige Bilanz wird in diesen Spätherbsttagen etwas getrübt, da nun – wie alle Jahre wieder – verstärkt Zugänge aus verwaisten Bungalowsiedlungen und Gartenanlagen ins Haus kommen. Ganz neu an der Useriner Straße sind Tiere aus Comthurey und Wokuhl. Die müssen erst noch tierärztlich begutachtet werden, bevor sie Namen erhalten, die dann auch an der Tür des jeweiligen Aufenthaltsraums zu lesen sind.

Es gibt allerdings auch Katzen, die es so toll im Katzenhaus finden, dass sie nicht mehr weg wollen. Wie Kater Paco, der nach sechs Jahren im Heim vermittelt werden konnte, „seine vier Wände“ aber so stark vermisste, dass er zurückgebracht werden musste. Nun ist er wieder glücklich. 

Auch finanziell sind die Mohrchen-Leute dank vieler Spenden gut über die Runden gekommen. So konnten sie nicht nur ihren Schutzbefohlenen die nötige Pflege zukommen lassen, sondern auch einige Verschönerungen am Katzenhaus vornehmen. Bei der zum zweiten Mal angebotenen „Katzenweihnacht“ am 30. November von 13 bis 17 Uhr mit viel Rahmenprogramm können sich Besucher von den Veränderungen überzeugen. Die Vereinsmitglieder hoffen auf einen ähnlich regen Zulauf wie bei der Premiere im vergangenen Jahr. „Da sind so viele Leute gekommen, dass wir das Zählen aufgegeben hatten“, blickt die Vereinschefin zurück. „Und wir können wieder Unterstützung gebrauchen, allmählich zeichnet sich Ebbe in der Kasse ab.“ Das Katzenproblem ende nie, es stelle sich immer wieder neu. Die „Katzenweihnacht“ hatte 2012 fast 2000 Euro eingebracht.             

Wenn Stubentiger Otto übrigens reden könnte, wäre er sicherlich nicht gut auf die Stadt zu sprechen. So ist es Birgit Schäfers inzwischen „zu dumm“ geworden, immer wieder im Rathaus um Hilfe zu bitten. „Der Bürgermeister hat uns angehört, das Problem der frei lebenden Katzen weitergeleitet, und dabei ist es dann auch geblieben“, sagt die engagierte Tierschützerin. „Für das Rathaus ist es kein Thema.“ Das sei in anderen Kommunen ganz anders. So habe Rostock unlängst die Kastrationspflicht für die „Freigänger“ unter den Katzen eingeführt und untersetze das finanziell. Die lebten ja nicht freiwillig auf der Straße.