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Kinder erleben Physik mit tanzenden Rosinen und startenden Raketen

VonSusanne SchulzIm Einstein-Club am Sand- berg und im Newton-Clubin Kiefernheide machen DLR-Helfer schon aufgeweckte Grundschüler mit Phänomenen und ...

Wie der Fallschirm für das nächste Experiment aussehen soll, hat Abiturient Florian Hellmich (rechts) schon mal vorbereitet. Sebastian Schiering, der im DLR einen Bundesfreiwilligendienst absolviert, unterstützt ihn beim Basteln mit dem Einstein-Club an der Sandberg-Schule.  FOTOs (2): sz

VonSusanne Schulz

Im Einstein-Club am Sand- berg und im Newton-Club
in Kiefernheide machen DLR-Helfer schon aufgeweckte Grundschüler mit Phänomenen und Experimenten bekannt.

Neustrelitz.Sie haben schon Raketen gestartet, Dampfer gesteuert und ein Planetensystem geschaffen, die „Einsteins“ aus der Neustrelitzer Sandberg-Schule. Dazu brauchen sie keine großenLabors und Fabriken, sondern nur einen Hortraum:Alle zwei Wochen treffen sich die aufgeweckten Zweit- bis Viertklässler zum Einstein-Club, den die Schule gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ins Leben gerufen hat.
Ein Besuch im DLR-Projektlabor in der Augustastraße war einst Auslöser für die Idee, schon Grundschüler altersgerecht mit physikalischem Wissen vertraut zu machen. „Forschen, experimentieren, ausprobieren“ lauteten die Stichworte für den Start mit Geoinformatik-Student Alexander Kasten, der als studentische Hilfskraft im DLR „mitmischt“ und als Gründungsdirektor des Einstein-Clubs fungierte. Seither sind schon die Schüler Andreas Siebert und Florian Hellmich in seine Fußstapfen getreten.Florian, der gerade seinAbitur macht, liebäugelt mit der Aussicht, „seinen“ kleinen Forschern noch ein weiteres Jahr erhalten zu bleiben: wenn es nämlich klappt mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahr im DLR.
Durch einen Geoinformatik-Kurs am Carolinum war der junge Mann aufjene Projektangebote aufmerksamgeworden, mit denen das DLR sich nicht nur als Wissenschaftsstandort, sondern auch als ideenreicher Partner für alle Altersgruppen profiliert. Und da Florian sich einen Beruf wünscht, in dem er mit Kindern und Jugendlichen arbeiten kann, sind die Nachmittage mit demEinstein-Club eine willkommene Erfahrung. Um zu wissen, wie die Experimente ankommen und wieviel Zeit dafür vonnöten ist, „testet“ er die Ideen mit seiner neunjährigen Schwester Lena.
Mechanik, Optik, Schall, Elektrizität, Bewegung, Magnetismus, Wärme, Wasser sind nur einige der Begriffe, die so trocken klingen mögen, aber anschaulich zum Leben erweckt werden: In drei Jahren Einstein-Club ging es schon um Bälle im Wasserglas, tanzende Rosinen, klingende Lineale, schwebende Büroklammern oder sich vermehrende Würfel. Mit Alltagsgegenständen lernten die Kinder, wie Spiegel das Licht reflektieren, warum ein Flugzeug fliegen kann oder wie Körper einander verdrängen.
Für das jüngste Treffen hat Florian Folien vorbereitet, aus denen Fallschirme entstehen. Wie aus einem langen blauen Faden vier gleichermaßen kurze entstehen, ist fix erklärt. Und fast ebenso schnell hat jeder der „Einsteins“ wenig später seinen Flugapparat gebastelt, an dem – wie der anschließende Versuch beweist – ein Kugelschreiber aus zwei MeternHöhe viel langsamer zu Boden gelangt als im freien Fall.
Dass sie die Fallschirme mit nach Hause nehmen können, spornt die Lütten erst recht an. Und schon machen sie sich mit Eifer – nur keine Langeweile aufkommen lassen! – machen sie sich an die nächste Ausgabe: Aus Papierstreifen werden Fische gebastelt (und zuvor schön bunt bemalt), an denen der Club später erprobt, warum die geschmeidigen Tiere trotz des Wasser-Widerstands so schnell schwimmen könne. Was sich der Mensch nicht nur in dieser Hinsicht von der Natur „abgucken“ kann, gehört ohnehin stets zum Erkenntnisgewinn der Einstein-Nachmittage.
An Nachfolgern übrigens fehlt es nicht, weder bei den Schülern noch bei den Kursleitern: ZehntklässlerinMelanie Krüger bereitet in Zusammenarbeit mit Florian Hellmich die Experimente für die Sandberg-Kinder vor. Ihre Altersgefährtinnen Sophie Sender und Ulrike Siebert betreuen eine weiterePhysik-Truppe, den in diesem Schuljahr entstandenenNewton-Club, an der Europa-Grundschule Kiefernheide.

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susanne.schulz@nordkurier.de