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Kinder-Euro ist Überlegung wert

VonTobias LemkeDie Angler aus der Region um Neustrelitz ziehen Bilanz und sprechen über die Ziele für die Zukunft. Größte Baustelle ist weiterhin der ...

Torsten Zell, Vorsitzender Kreisangelverein  FOTO: T. Lemke

VonTobias Lemke

Die Angler aus der Region um Neustrelitz ziehen Bilanz und sprechen über die Ziele für die Zukunft. Größte Baustelle ist weiterhin der Nachwuchsbereich. Für mehr Planungssicherheit in der Vereinsarbeit müsse zudem endlich das neue Fischereigesetz im Landtag beschlossen werden, so eine zentrale Forderung auf der Kreisdelegiertenkonferenz.

Seenplatte.Der Kreisangelverein Neustrelitz ist als Dachorganisation für circa 1200 Petrijünger aus der Region des Altkreises Neustrelitz das Sprachrohr. Die Zahl der in den Vereinen organisierten Angler mag zunächst groß wirken, aber es waren schon mal weitaus mehr. „Wir haben eine ganz schlechte Tendenz“, sagt Torsten Zell, Vorsitzender des Kreisangelvereins, unverhohlen. Der demografische Wandel mache sich weiterhin bemerkbar, musste so auch bei der diesjährigen Kreisdelegiertenkonferenz am Wochenende in Neustrelitz konstatiert werden.
Probleme, die damit einhergehen, umfassen nicht nur den Mitgliederschwund allein. In den Vereinen wird es zusehends auch schwieriger, Posten zu besetzen. Dabei sind erste wichtige Schritte zur Nachwuchsgewinnung schon längst gemacht. Eingeführt wurde etwa die Beitragsfreiheit bis zum 18. Lebensjahr, und wer als Jugendlicher einen Fischereischein besitzt, erhält automatisch auch die Angelkarte für die Vereinsgewässerkostenfrei. Eine Förderung aus der Kasse des Kreisangelvereins gebe es zudem für Aktionen in der Jugendarbeit. So haben einige Vereine in der Vergangenheit schon Schnupperangel-Kurse stattfinden lassen.
„Wir versuchen das mehr und mehr anzuschieben“, erklärt Zell. Um einen eventuell steigenden Finanzbedarf für die Jugendarbeit abzudecken, kann sich Zell für die Zukunft sehr gut einen sogenannten „Kinder-Euro“ vorstellen. Pro Vereinsmitglied könnte ein Euro für die Nachwuchsgewinnung erhoben werden.
Gerade vor dem Hintergrund, die Jugendarbeit stärker ausbauen zu wollen, forderte der Kreisangelverein den an der Delegiertenkonferenz teilnehmenden Landtagspolitiker Andreas Butzki (SPD) auf, sich endlich für die Verabschiedung des neuen Fischereigesetzes stark zu machen. Denn dieses sieht vor, dass der Fischereischein künftig erst mit 14 anstatt mit zehnJahren abzulegen ist. Da viele von der neuen Regelung schon gehört haben, werden unnötige Prüfungen jetzt verständlicherweise gescheut. Andererseits sollen und wollen die Kinder im Verein aber schon angeln, macht Zell auf die rechtliche Grauzone aufmerksam.

Sieben Fischereiaufseher
für die Region Neustrelitz
Ein weiteres wichtiges Thema der Kreisdelegiertenkonferenz war die Berufung der ehrenamtlichen Fischereiaufseher. Demnach seien aus der Region Neustrelitz sieben Petrijünger berufen worden, um gemeinsam mit Polizei und Ordnungsämtern an den Gewässer nach dem Rechten zu sehen und kontrollieren zu dürfen, erklärt Zell. Diese Befugnis erstreckt sich für die Strelitzer Fischereiaufseher im Übrigen auf den ganzen Landkreis. „Sie werden aber hauptsächlich an den Vereinsgewässern in der Region um Neustrelitz kontrollieren“, so Zell.
War die ehrenamtliche Fischereiaufsicht bisher zentral vom Landesamt in Rostock geregelt worden, so ist die Aufgabe nun an die Landkreise übergegangen. „Das hat uns nicht so sehr gefallen“, kritisiert Zell. Dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte kann er aber zugutehalten, dass es hier gelungen ist, alles rasch umzusetzen. „Da sind wir Vorreiter.“

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