Kärger geht in die Offensive:

Kita-Streit: Landrat "schießt" zurück

Auf der nächsten Kreistagssitzung geht es erneut um den Betreuungsschlüssel für Krippenkinder. Verwaltungschef Kärger hat sich kreisweit Rücken­deckung besorgt. Die Basis verfolgt der Schlagabtausch mit Erstaunen. 

In der AWO-Kita „Abenteuerland“ in Neustrelitz gibt es derzeit 54 Krippenkinder, die liebevoll betreut werden.
André Gross In der AWO-Kita „Abenteuerland“ in Neustrelitz gibt es derzeit 54 Krippenkinder, die liebevoll betreut werden.

Mit leichtem Ärger im Kopf hat Landrat Heiko Kärger (CDU) den Jahreswechsel begangen. Zwischen Weihnachten und Neujahr war er von gleich drei Geschäftsführern von Wohlfahrtsverbänden wegen seines Vetos gegen die Erhöhung des Betreuungsschlüssels bei Krippenkindern gerüffelt worden. Jetzt hat der Verwaltungschef die Attacke als „wenig qualifiziert“ zurückgewiesen und zugleich Munition gesammelt, um am kommenden Montag im Kreistag nötigenfalls schwereres Geschütz aufzufahren. Kärger hatte einen Parlamentsbeschluss als nicht finanzierbar kassiert. Der sah vor, dass ab 2014 nicht mehr 1,1, sondern 1,3 Vollzeitstellen für je sechs Kinder veranschlagt werden. Nun kommt das Thema erneut auf die Tagesordnung der Volksvertreter.

Der Chef der Kreisverwaltung hat jetzt schriftlich, was er schon in einer mündlichen Konsultationsrunde erfahren hatte. Er hat alle Ämter und Städte in der Seenplatte angeschrieben. In den Antworten wird übereinstimmend Kärgers Position geteilt, dass der von der SPD-Fraktion eingebrachte Beschluss an den finanziellen Realitäten vorbeigeht.

„Die Erhöhung bei finanzieller Mehrbelastung der Eltern und der Wohnsitzgemeinde wird abgelehnt“, heißt es beispielsweise aus dem Amt Röbel-Müritz. „Wir werden einer Veränderung das Einvernehmen versagen“, schreibt die Stadt Malchow. „Eine Anhebung des Personalschlüssels im Krippenbereich sollte längerfristig konzeptionell vorbereitet, begründet und finanziell untersetzt sein“, so die Stadt Neustrelitz. „Ihren Widerspruch als Landrat befürworten wir.“ Die Stadt Neubrandenburg hatte sich bereits gegen den Beschluss ausgesprochen.     

Der Landrat unterstrich im Gespräch mit dem Nordkurier noch einmal, dass er verpflichtet sei, gegen Entscheidungen vorzugehen, die nicht finanziell gedeckt seien und freiwillige Leistungen betreffen. Das hat er sich in Schwerin nochmals bestätigen lassen. „Wir sind wirtschaftlich nicht so stark, um alles bezahlen zu können“, so Kärger. Die geforderten Mittel müssten anderen weggenommen werden.

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