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Kita wegen Personalmangel vor dem Aus

Seit einem halben Jahr sucht Pastor Siegfried Wulf eine neue Leiterin für die kirchliche Kindereinrichtung in Bredenfelde zwischen Neustrelitz und Woldegk. Einen Ansatz zur Rettung gibt es noch, aber sollte der nicht gelingen, steht in wenigen Wochen die Schließung an.

Bredenfeldes Kindergarten ist im alten Bahnhof untergebracht. Pastor Siegfried Wulf könnte hier sogar eine zweite Gruppe aufmachen, doch es fehlt das Personal dafür.
Tobias Lemke Bredenfeldes Kindergarten ist im alten Bahnhof untergebracht. Pastor Siegfried Wulf könnte hier sogar eine zweite Gruppe aufmachen, doch es fehlt das Personal dafür.

Der Fortbestand der Kita „König Joas“ in Bredenfelde steht auf der Kippe. Ob es in dem Dorf zwischen Neustrelitz und Woldegk nach dem 31. Oktober noch eine Kinderbetreuung gibt, steht derzeit in den Sternen. Am Freitag war Bredenfeldes Pastor Siegfried Wulf daher zum Krisengespräch im Jugendamt des Landkreises, da zunächst sogar schon das Aus in dieser Woche zum 1. September drohte.

„Uns fehlt es an Personal, wir suchen händeringend“, erklärt Wulf, der als Pastor sozusagen Chef der Kindereinrichtung ist. Die Kita befindet sich in Trägerschaft der Kirchengemeinde. Weil zwei Mitarbeiterinnen, unter anderem die ehemalige Leiterin, gekündigt haben, ist die Personaldecke plötzlich und unverhofft zu dünn geworden. Laut Jugendamt ist damit das Kindeswohl in Gefahr. Normalerweise gehören drei Erzieherinnen plus eine Leiterin zum Team. Die Kündigungen seien ohne Angabe von Gründen vorgelegt worden. Beide Frauen würden inzwischen in einer Woldegker Kita arbeiten.

Kirchgemeinde und Pastor am Ende ihrer Kräfte

Die Bredenfelder Kindereinrichtung bekommt den Fachkräftemangel im Land mit voller Wucht zu spüren. Dabei müsste sogar erweitert werden. Aktuell werden 19 Mädchen und Jungen in der Kita betreut, sieben weitere Kinder stehen auf der Warteliste. „Wir müssen eigentlich eine zweite Gruppe aufmachen, können es aber wegen der aktuellen Situation nicht“, sagt Wulf. Der Träger zahle tariflichen Lohn, antwortet der Pastor auf die Frage nach dem Gehalt. Es gebe sicher einige Häuser, die mehr zahlen, aber auch welche, die weniger zahlen.

Die Kirchengemeinde will sich angesichts der aktuellen Lage nun aus der Trägerschaft zurückziehen. Die Entscheidung soll jedoch nicht als Aufgabe verstanden werden. Vielmehr bestehe die Hoffnung, dass mit einem neuen Träger auch neue Impulse gesetzt werden. Bei einem Trägerwechsel bestehe zudem die Möglichkeit, dass neue Geldquellen aufgetan werden und so auch in die nötige Erweiterung der Kita investiert werde, hofft Wulf. Er selbst sowie die Kirchengemeinde, die die Kita vor 21 Jahren von der Kommune übernommen hatte, seien am Ende ihrer Kräfte angekommen. Bisher sei allerdings kein interessierter Träger und auch keine neue Kita-Leiterin in Sicht.