Tolle Idee hilft Mirower Grundschule:

Neue Schulküche dank Kochbuch-Erlös

Die Grundschüler der Mirower Schule "Regenbogen" kommen in einen ganz besonderen Genuss. Nicht nur eine neue Schulküche soll her, sondern passend dazu auch noch Kochunterricht.

Die Erlöse eines Kinder-Kochbuchs trugen zur Finanzierung der Schulküche bei.
Ralph Schipke Die Erlöse eines Kinder-Kochbuchs trugen zur Finanzierung der Schulküche bei.

Drei Kinder hat Gastronom Robert Beisler selbst in der Mirower Grundschule „Regenbogen“. Grund genug für den Küchenchef vom „Pfannkuchenhaus deluxe“, zur Einweihung der neuen Schulküche ein ­besonderes Menü zu zaubern: Maishähnchen auf Blatt­spinat an Kartoffelgratin mit Rotweinsoße lackiert. Dieses Festmahl ist aber nicht für die Kinder gedacht, die später hier die Kochlöffel schwingen und mit Töpfen und Pfannen hantieren werden. Die 16 Portionen, die der Koch in seinem Restaurant vorbereitet hat, können sich Förderer, Helfer und Sponsoren als Dankeschön schmecken lassen.

Die Idee von der Küche im Keller des Schulgebäudes geht auf den Förderverein zurück. Dessen Vorsitzender Falk Thederan erzählt von einem Kochbuch für Kinder, das der Verein vor drei Jahren erfunden hat. Schüler, Eltern, Restaurants und Geschäftsleute aus der Stadt haben Kochideen beigesteuert, die in einer ersten Auflage von etwa 1000 Exemplaren weggingen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Inzwischen ist die zweite Auf­lage zu großen Teilen ­verkauft.

Mit dem Erlös hat der Verein nun das Schulküchen-Projekt zu zwei Dritteln finanziert: Einrichtung, Geräte, Geschirr und Besteck. Den Rest zahlte die Stadt Mirow. Nun wurde die Küche der Schule übergeben. Sein Lieblingsrezept im eigenen Kochbuch verrät Thederan gern: Schinkennudeln.

Schulküche hilft in allen Fächern

Silke Hirnschall hat diese beliebte Leibspeise mit ihren Schülern nachgekocht. Sie ist seit einem Jahr als Schul­sozialarbeiterin bei „Regenbogen“. Und verbringt mit den Kindern der Grundschule so manche Stunde am Herd. „In den Ferienspielen zum Beispiel kochen wir regel­mäßig zusammen. Nun finden wir in der neuen Küche die allerbesten Bedingungen“, sagt die junge Sozialpädagogin.

Aber auch andere Lehrer nutzen gemeinsames Kochen und Speisen für den Unterricht: Mengenlehre, Wiegen, Mathe, aber auch Deutsch kann anschaulich in die Küche verlegt werden. Das war der Plan, den der Verein mit dem Projekt Schulküche verfolgte.

Einmal im Monat kommt Silke Hirnschall auch am Nachmittag mit Kindern zum Kochen her. In der Vorweihnachtszeit sollen Plätzchen nach Oma-Rezepten in den Röhren der neuen Küchenherde gebacken werden. Vielleicht entstehen in der Küche auch Ideen für ein weiteres Kochbuch und werden gleich praktisch ausprobiert. Denn auch die Illustrationen der ersten beiden Ausgaben sind von den Schülern selbst entworfen worden. Der Erlös wiederum könnte in neue Zutaten und Kochgerät investiert werden. Und ganz nebenbei lernen die Schülerinnen und Schüler vom „Regenbogen“ ganz viel über gesunde Ernährung.

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