In der Orangerie übernehmen die Handwerker:

Küchentrakt soll abgerissen werden

Drei Millionen Euro sind viel Geld. Ob diese Summe ausreicht, um die Orangerie Neustrelitz komplett zu sanieren, das muss sich erst noch zeigen. Die Planer tüfteln gerade. Dass es auch Abrissarbeiten gibt, daran führt wohl doch kein Weg vorbei.

Die Orangerie Neustrelitz soll durch das Land saniert werden. Dabei wird es aller Voraussicht nach auch Abrissarbeiten geben.
Marlies Steffen Die Orangerie Neustrelitz soll durch das Land saniert werden. Dabei wird es aller Voraussicht nach auch Abrissarbeiten geben.

Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern. An der Orangerie Neustrelitz wird es Abrissarbeiten geben. Wie Nordkurier-Recherchen ergaben, ist das wirklich kein Gerücht. Tatsächlich plant das Land als Besitzer der Immobilie offenbar den Abriss des nicht zur baulichen Originalhülle gehörenden Küchentrakts. Der als Windfang ebenfalls nachträglich im Jahr 1937 angebaute Eingangsbereich steht hingegen bislang nicht zur Disposition. Bis die Handwerker anrücken, wird aber noch Zeit vergehen.

Doch die Planung hat bereits begonnen. Frühestens Ende 2017 und dann für vermutlich zwei Jahre wird die Ora, in der auch ein Restaurant heimisch ist, geschlossen. Das hat Stefan Wenzl, Abteilungsleiter im Schweriner Finanzministerium, dem Nordkurier bestätigt. Wenzl war zusammen mit einer Gruppe SPD-Landtagsabgeordneter in der Residenzstadt unterwegs, um auf Bauvorhaben des Landes in den kommenden Jahren aufmerksam zu machen. Dabei verwies er auch darauf, dass die Orangerie mehr als sanierungsbedürftig ist.

Pläne zur konkreten Umsetzung fehlen

An den Innen- wie an den Außenwänden gibt es Wasserschäden, der Putz blättert ab, die Fenster sind undicht, der Dielenboden ist abgewetzt,  an der aufwendigen Malerei in den drei Sälen, dem gelben, dem blauen und dem roten Saal, dürften die Restauratoren gut zu tun haben. Rund 3,14 Millionen Euro sollen für das ambitionierte Sanierungsvorhaben eingesetzt werden. Dabei setzt das Land auf Fördermittel aus dem sogenannten Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit der Stadt Neustrelitz gestemmt werden. Die Stadt ist allerdings nicht Bauherr, sondern beantragt auf Wunsch des Landes lediglich die Fördermittel. Das wiederum hat mit den Förderbestimmungen zu tun, hieß es.

Über das Was und Wie der Sanierung rauchen derzeit noch die Köpfe der Planer. Der Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes (BBL) hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, bei der die zur Verfügung stehenden Kosten ins Verhältnis zu den notwendigen Arbeiten gestellt werden sollen. Dabei solle beispielsweise auch untersucht werden, in wieweit es möglich ist, den Keller zu sanieren, in den jetzt regelmäßig Wasser eindringt, sagte BBL-Sprecher Christian Hoffmann dem Nordkurier auf Nachfrage. Wo die Küche nach der Sanierung untergebracht sein wird, stünde derzeit noch nicht fest, bekräftigte Stefan Wenzl.

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