Tarifvertrag gefordert:

Künstler streiken gegen den Verzicht

Lange haben die Theatergewerkschaften den Ball flach gehalten. In Neustrelitz und Neubrandenburg wurde auf Gehalt verzichtet. Jetzt ist das Maß anscheinend voll. Und am Donnerstagabend gab es klare Ansagen.

Schauspieler, Sängersolisten und Chorsänger der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz haben am Donnerstag mit einem Warnstreik eine am bundesweiten Flächentarif orientierte Bezahlung gefordert.
Marlies Steffen Schauspieler, Sängersolisten und Chorsänger der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz haben am Donnerstag mit einem Warnstreik eine am bundesweiten Flächentarif orientierte Bezahlung gefordert.

Die Botschaft war eindeutig: Tarifanpassung jetzt! Schauspieler, Sängersolisten und Chorsänger der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz (TOG) befinden sich im Arbeitskampf. Am Donnerstagabend haben sie während der Generalprobe für die Verdi-Oper "Attila" kurzzeitig ihre Arbeit niedergelegt und sind vor dem Theater in einen Warnstreik getreten. Mit der Aktion fordern die Beschäftigten umgehend Verhandlungen zum Abschluss eines Haustarifvertrages.

Gerrit-Michael Wedel, stellvertretender Geschäftsführer der Gewerkschaft Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (vdo), verdeutlichte: Die  Beschäftigten am Theater sind seit dem Jahr 2012 ohne Anbindung an den Flächentarifvertrag. Und sie hätten bis 2012 durch Haustarifverträge bereits verzichtet. Aktuell ergebe sich daraus ein tariflicher Abstand zum sogenannten Flächentarif von mehr als 12 Prozent, so der Gewerkschafter.

Weitere Warnstreiks im Dezember

Die bislang gezeigte Bereitschaft zu verzichten, sei im Vertrauen darauf geschehen, dass die TOG in ihrer bisherigen Form erhalten bleiben kann. Nun aber sollen die TOG und das Theater Vorpommern zum Staatstheater Nordost fusionieren. In Neustrelitz soll es nur noch ein musikalisches Schauspiel geben, was den Abbau eines Großteils der bestehenden Arbeitsplätze bedeutet, wie Wedel sagte. Vor diesem Hintergrund könne von den Beschäftigten nicht erwartet werden, dass sie mit weiterem Verzicht als Steigbügelhalter für den geplanten Stellenabbau herhalten. Sowohl die Gewerkschaft deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) als auch die Vereinigung Deutscher Opernchöre und Bühnentänzer stünden für Gespräche zur Verfügung.

Auch Sänger Sebastian Naglatzki fand deutliche Worte: Die kommunalen Arbeitgeber -  Gesellschafter der TOG sind die Städte Neubrandenburg, Neustrelitz und der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte - würden die Tariferhöhungen in ihren Verwaltungen auch weitergeben. Das Theater bleibe indessen außen vor. Er fühle sich als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt.

Die Gewerkschafter kündigten für den traditionell vorstellungsreichen Monat Dezember weitere Warnstreikaktionen an. Vorerst sei es allerdings nicht geplant, Vorstellungen zu bestreiken.

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