Familie Reggentin:

Langeweile kommt im kleinen Ort nie auf

Brustorf Ziegelei quasi fest in Familienhand. – Bewohner können sich ein Leben anderswo nicht vorstellen.

Langweilig?“, fragt Agnes Reggentin ganz überrascht. Nein, langweilig sei es in Brustorf nie und auch nie gewesen, versichert sie. „Hier gibt es immer etwas zu tun“, ist sie sich mit ihrem Mann Erich einig. An dieser Auffassung hat sich bei dem Paar seit Jahrzehnten nichts geändert. Auch heute können sie sich nicht vorstellen, den recht abgelegenen Ortsteil der Gemeinde Klein Vielen, wenige hundert Meter von der Bundesstraße 193 zwischen Adamsdorf und Brustorf in einer Senke zwischen Wäldern und Feldern förmlich versteckt gelegen, für längere Zeit zu verlassen.

„Mit dem Gedanken habe ich nie gespielt“, gibt Erich Reggentin zu verstehen, der in Brustorf Ziegelei geboren wurde, sich sein Leben lang keinen anderen Wohnort hätte wünschen können.‹‹

Junior baut aus

Schließlich ist der Ortsteil auch fest in Familienhand. In der einen Hälfte des Hauses haben Erich und Agnes Reggentin mit ihrem jüngsten Sohn ihr Zuhause. Der Junior baut sich gerade das Dachgeschoss aus, gibt damit zu verstehen, dass er in Brustorf-Ziegelei bleiben will. In der zweiten Haushälfte hat sich der Neffe der Reggentins mit seinem Anhang wohnlich eingerichtet. „

Und neu gebaut wird hier wohl nicht“, nimmt Erich Reggentin ganz stark an.Langeweile kommt bei dem Rentnerehepaar indes nie auf. Tagsüber haben die beiden mit den Gärten und mit der kleinen Landwirtschaft zu tun. „Wir sind fast Eigenversorger“, sagt die Hausfrau stolz. Gemüse und Obst wachsen im Garten, Kartoffeln und Futter für die drei Schweine, die nächsten Monat geschlachtet werden sollen, und für die Gänse wird auf dem Acker angebaut, Holz für die Schwerkraftheizung aus dem eigenen Wald geholt. „Im Sommer haben wir am meisten zu tun, da brauchen wir keinen Fernseher, fragen uns manchmal, wozu wir überhaupt Gebühren bezahlen“, schmunzeln die Reggentins, die sich gut auch noch an die Zeit ohne „Pantoffelkino“ erinnern können.

Die Männer haben damals abends mitunter Karten gespielt, die Frauen Handarbeiten erledigt. Und an den Wochenenden ist der Trubel sowieso groß. Da kommen die Kinder der Reggentins mit ihrem Nachwuchs. „Da sind ganz schnell 24 Personen auf der Terrasse versammelt“, weiß Agnes Reggentin.‹‹ Nur Schlot erinnertIm Sommer verirren sich dann häufig auch Wanderer oder Radfahrer nach Brustorf Ziegelei. „Die suchen dann nach der Ziegelei“, wissen die Reggentins. Aber von jener ist fast nichts mehr zu sehen – ähnlich verhält es sich mit der Flockenfabrik und dem Sägewerk, die Brustorf Ziegelei einst Leben und Arbeit brachten. Nur noch ein alter Schornstein erinnert heute an jene Zeiten. „Hier herrscht einfach Ruhe“, freuen sich die Reggentins.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung