Theater-Reform:

Brodkorbs Geheimdiplomatie verärgert Kreis-Politiker

Der Landes-Kulturminister war in Sachen Theater klammheimlich bei der CDU und SPD. Das stinkt zum Himmel, findet die Opposition.

Kulturminister Mathias Brodkorb war heimlich in Neubrandenburg, um vor dem Kreistag mit der CDU- und der SPD-Fraktion zu sprechen.
Jens Büttner Kulturminister Mathias Brodkorb war heimlich in Neubrandenburg, um vor dem Kreistag mit der CDU- und der SPD-Fraktion zu sprechen.

Die Kreistagsfraktion der Linken hat mit Empörung auf den „heimlichen“ Besuch von Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD) bei der SPD- und CDU-Fraktion vor der jüngsten Kreistagssitzung reagiert. „Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass die Große Kooperation aus CDU und SPD im Kreistag von der Regierungskoalition in Schwerin ferngesteuert wird, ist er mit dem Ministerüberraschungsbesuch Brodkorbs endgültig geliefert“, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion „Die Linke“.

Werde sonst jeder Ministerbesuch mit großem Brimborium angekündigt, wird hier Geheimdiplomatie in höchster Perfektion geboten, empören sich die Linken und finden, dass dies alles zum Himmel stinke. Und sie fragen, warum der Minister, wenn er an einer von breiter Unterstützung getragenen Lösung für die zukünftige Theater- und Orchesterstruktur interessiert ist, nicht auch die anderen Fraktionen im Kreistag zum Gespräch eingeladen habe? Zudem wundert man sich jetzt auch noch, warum er sich nicht den Initiatoren der Unterschriftensammlung für ein Mehrspartentheater in Neustrelitz gestellt habe.

Zusatzklausel auf dem Papier

Auch bei den Grünen im Kreistag macht man sich einen Reim auf den Ministerbesuch. „Kulturminister Mathias Brodkorb hat seine Felle davonschwimmen sehen“, sagt Fraktionschef Helge Kramer. Sein Besuch wäre gar nicht nötig gewesen, denn die Beschlusslage – die Zustimmung von CDU und SPD zu einem fusionierten Staatstheater Nordost – habe auch ohne ihn festgestanden. „Es war klar, wie entschieden wird“. Der Besuch sei reiner Aktionismus gewesen.

Der Kreistag hatte am Montag in Sachen Theaterreform für ein Staatstheater Nordost gestimmt. Dabei steht allerdings durch eine Zusatzklausel in der Beschlussvorlage die Tür für wirtschaftliche Alternativmodelle offen. Von dem Brodkorb-Besuch vor dem Kreistag hatte offenbar außer den SPD- und CDU-Abgeordneten niemand etwas mitbekommen. Der Ministerbesuch war in dieser Woche durch den Nordkurier öffentlich gemacht worden. 

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