Plage:

Mäuse und Ratten machen sich in Wäldern breit

Invasionsartig wuselt Ungeziefer durch die Seenplatte. Schädlings­bekämpfer und Forstleute haben den Nagern den Kampf angesagt. Daheim sollte jeder Türen und Fenster geschlossen halten.

Revierförster Ralf Puls kontrolliert einen jungen Buchenbestand bei Schwarz. Fast jedes zweite Bäumchen wurde angenagt.
Susanne Böhm Revierförster Ralf Puls kontrolliert einen jungen Buchenbestand bei Schwarz. Fast jedes zweite Bäumchen wurde angenagt.

Sie nagen junge Bäume an, nisten sich in Ställen ein, dringen sogar in Wohnhäuser vor: Mäuse und Ratten bevölkern die Seenplatte in diesem Jahr invasionsartig. Schuld sind der milde Winter und das damit verbundene reiche Nahrungsangebot. Vor allem in den Dörfern und Gegenden, in denen viele Tiere gehalten werden, müssen die Menschen aufpassen, dass die Nager nicht überhand nehmen.

Udo Hosak vom Feldberger Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung und Holzsschutz hat einige Tipps parat: „Keller und Fenster verschlossen halten, Häuser dicht machen. Futtermittel für Haus- und Nutztiere in nagersicheren Fässern aufbewahren, nicht in Säcken. Keine Futterreste herumstehen lassen. Wenn eine Maus ins Haus gelangt, sofort eine Schlagfalle aufstellen. Wo eine Maus ist, sind schnell viele“, sagt er.

Vorsicht sei auch bei der beliebten Winterfütterung von Wildvögeln angebracht. „Die Vögel müssen unbedingt auf einer Freifläche gefüttert werden. Kein Futter in Büschen oder über stärker bewachsenem Boden an­bieten. Sonst siedeln sich ganz schnell Ratten an.“

Spitze Zähnchen nagen die Rinde ab

Sogar in den Wäldern, in die sie eigentlich gehören, richten Mäuse enorme Schäden an. An einem jungen Buchen­bestand bei Schwarz findet Revierförster Ralf Puls überall Mäusefraß. Mit spitzen Zähnchen wurde die Rinde abgenagt, fein säuberlich vom Waldboden bis in rund 20 Zentimeter Höhe. „Von den Bäumchen überleben nur rund 50 Prozent“, schätzt Puls.

Dabei wurde in dem Waldstück bereits im Herbst Gift ausgelegt, denn schon im Oktober war klar, dass sich die Nager explosionsartig vermehren. Die Dosis hat offenbar nicht gereicht.

Nachgelegt wird Ratron – ein Gift, das Nagern buchstäblich das Blut in den Adern gerinnen lässt. Es wird in linsengroßen Pillen verabreicht, die eingeschweißt sind. Dass sie Kindern, Hunden, Katzen gefährlich werden, ist weitgehend auszuschließen, sagt Fred Westphal vom Mirower Forstamt. Grundsätzlich werde sehr sparsam mit Chemikalien umgegangen. „Es muss schon einiges passieren, damit Forstleute zum Gift greifen.“

Weiterführende Links

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!

Kommentare (2)

Schuld ist nicht der milde Winter, sondern fehlende Beutegreifer. Kleinräumige Landschaften gibt es nicht mehr, stattdessen dominieren großflächige Agrar- u. Forstareale ohne Qualitäten für die Fauna. Wo kein Jäger, da kein Gejagter. Also muss der Mensch zum Gift greifen, zum Wohle der "Natur". Verrückt!

Anstatt endlich die Jagd auf Füchse einzustellen vergiftet man lieber arteschütze Tiere gleich mit. Die EU warnt ausdrücklich in der Biozidverordnung vor dem Einsatz in Wäldern wegen möglicher Sekundärvergiftungen z.B. bei Greifvögeln. Auch macht das Julius Kühn Institut im Waldschutzbericht für die Bundesregierun darauf aufmerksam. Und das alles nur damit ein paar Irrläufer (Jäger) weiter ihrem Hobby nachgehen können und den größten Feind der Mäuse bejagen darf. Ein Fuchs frißt im Winter bis zu 18 Mäuse. Mäuse gefährden über den Hantavirus den sie verbreiten unsere Gesundheit. Es gibt jährlich bis zu 2000 Erkrankungen während es lediglich nur 10-20 Erkrankungen durch Fuchsbandwurm gibt. Dieser muss aber als Grund für die Fuchsjagd herhalten. Schädigt ihr Pseudoförster ruhig weiter die Natur damit die Jäger bloß ihren Spaß haben.