Junge Arztfamilie packt es an:

Markthaus bekommt doch noch eine Chance

Das Gebäude Am Markt 13 in Wesenberg hat in mehr als 206 Jahren gelitten. Was doll kaputt ist, kann nur noch abgerissen werden. Ein Ehepaar gibt dem Haus aber doch seinen alten Charme zurück und nimmt dafür viel Geld in die Hand.

In dieser Woche begannen Bauleute, das Dach des Hauses abzureißen.
Susanne Böhm In dieser Woche begannen Bauleute, das Dach des Hauses abzureißen.

Der letzte Missstand an Wesenbergs Marktplatz wird beseitigt: das große Eckhaus neben der Apotheke. Maria und Jonathan Lustig haben das um 1810 erbaute Haus bereits im vergangenen Jahr gekauft. Die Hebamme und der niedergelassene Allgemeinmediziner wollen eine Hebammen- und eine Arztpraxis in dem Gebäude einrichten. Jetzt haben die Bauarbeiten begonnen.

Doch das Vorhaben entwickelt sich anders, als das Ehepaar es sich vorgestellt hatte. Ursprünglich wollten die in Seewalde lebenden Bauherren das Haus sanieren, vom Original soviel wie möglich erhalten und den alten Charme bewahren. Doch die Bauwerksuntersuchung ergab, dass zwei Drittel des Gebäudes so marode sind, dass nur der Abriss bleibt. In dieser Woche haben Bauleute begonnen, das Dach abzutragen. Maria und Jonathan Lustig sind froh, dass wenigstens ein Großteil der Marktseite erhalten werden kann, denn der ist für das Stadtbild besonders charakteristisch. Dieser Gebäudeteil wurde 1960 angebaut. Er besteht nicht wie die anderen Teile aus Fachwerk, sondern wurde in Massivbauweise errichtet.

Beim Wiederaufbau orientiert sich das Paar am Original. Finanziert wird das Projekt mit Unterstützung des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Knapp 500 000 Euro kommen aus dem Fonds. Die Fördermittel gibt es nicht allein für die Sanierung, sondern vor allem, weil der Arzt und die Hebamme die Kleinstadt mit wesentlichen Dienstleistungen versorgen, erklärt Architektin Kerstin Heller. Doch die Förderung reicht bei Weitem nicht aus. Einen Großteil stemmt Familie Lustig aus eigener Kraft. Wie teuer der Bau am Ende wird, lässt sich laut Maria Lustig noch nicht in Gänze einschätzen. „Bei alten Häusern erlebt man so manche Überraschung.“

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