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Mirow kämpft weiter gegen den Lärm

Nur wenige Einwohner glauben, dass die Stadt wirklich eine Ortsumgehung bekommt. Darum gingen viele von ihnen am Donnerstag erneut auf die Straße. Dem Infrastrukturminister rangen sie ein Versprechen ab.

Mit einem eigens hergerichteten Protestauto und einer riesigen vom Verkehrslärm gezeichneten Großmutter forderten die Mirower am Donnerstagabend eine Umgehungsstraße.
Susanne Böhm Mit einem eigens hergerichteten Protestauto und einer riesigen vom Verkehrslärm gezeichneten Großmutter forderten die Mirower am Donnerstagabend eine Umgehungsstraße.

Wie schön Mirow sein könnte, wenn die Stadt eine Umgehungsstraße hätte, zeigte sich am Donnerstagabend, als die Ortsdurchfahrt für eine Demonstration voll gesperrt wurde. Vogelgezwitscher war zu hören, Erwachsene unterhielten sich in Zimmerlautstärke, Kinder spielten auf dem Bürgersteig. Das wollen die Mirower immer haben, keinen zermürbenden Verkehrslärm. Sie fordern eine Ortsumgehung.

Obwohl die Genehmigungsverfahren für die Umgehung bereits laufen, glauben nur wenige Mirower daran, dass die Straße tatsächlich gebaut wird. „In meinen Schränken klappern die Gläser, und die Zimmerdecken reißen. Mirow braucht die Umgehungsstraße“, sagt der 66-jährige Werner Lau. „Dass wirklich gebaut wird, glaube ich erst, wenn die Bagger anrollen.“

So sieht das auch Henri Pollex (52), den der Lärm um den Schlaf bringt. „Wir werden krank. Wir wollen die Umgehung. Aber ich glaube erst daran, wenn die Bauarbeiten begonnen haben.“ Eine Mirowerin berichtete, schon drei Verkehrsminister in der Stadt gesehen zu haben. „Alle haben die Umgehungsstraße versprochen. Der erste hat sogar gesagt, die ist 2012 fertig.“

Es kann noch viel dazwischenkommen

Mit Versprechungen kam Landes-Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) jedoch nicht zur Demonstration, im Gegenteil. Wiederholt betonte er, dass viel dazwischenkommen kann. „Wir müssen die Daumen drücken, dass der Planfeststellungsbeschluss im Sommer steht, dass niemand gegen die Pläne vor Gericht geht, und dass der Bund die Finanzierung zusagt. Wenn das alles klappt, können wir in diesem Jahr beginnen.“

Ein Versprechen gab der Politiker dann doch noch: Er werde die Mirower bei ihrem Kampf für die Umgehungsstraße unterstützen. Zum Beweis setzte er seine Unterschrift auf das Protestauto der Bürgerinitiative (BI). Die Mirower werden ihre monatlichen Demonstrationen trotzdem fortsetzen, kündigte BI-Sprecher Marian Lopuszanski an. „Wir hören erst auf, wenn der erste Spatenstich erfolgt.“