Erfolg beim Geschichtswettbewerb:

Mit selbst gedrehtem Film unter die besten zehn

Die 17-jährige Hobby-Historikerin Josephin Lorenz gehört zu den Preisträgern beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Sie hat ein Video gedreht, in dem drei Einwohnerinnen der Feldberger Seenlandschaft die Hauptpersonen sind.

Josephin Lorenz aus Feldberg hat beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten gewonnen. Mit einem selbst gedrehten Film namens "Aus dem Sudetenland nach Mecklenburg-Vorpommern" schaffte es die 17-jährige Schülerin des Sportgymasiums Neubrandenburg unter die besten zehn des Landes.

"Ich freue mich sehr, dass das nicht alles für die Katz' war", sagt Josephin. Ein Jahr hindurch hat sie an ihrem Projekt gearbeitet, "erst ganz lange immer nur ein bisschen, am Schluss kam dann alles zusammen". In ihrem Film geht es um Sudetendeutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat, der damaligen Tschechoslowakei, vertrieben wurden und in Deutschland Zuflucht fanden. "In meiner Region Feldberg leben ganz viele, die geflüchtet sind oder vertrieben wurden." Drei Frauen aus der Feldberger Seenlandschaft erzählen in Josephin Lorenz' Film ihre Geschichte: Eine Neuhoferin, die die Vertreibung selbst erlebte. Eine Carwitzerin, die die Ankunft der Sudetendeutschen miterlebte. Und eine Feldbergerin, die mit vielen Sudetendeutschen befreundet ist. "Ich habe mich fürs Filmen und gegen's Schreiben entschieden, weil man im Film den Ausdruck in den Gesichtern der Leute sehen kann", erklärt Josephin Lorenz.

Für ihr Video hat sie bereits eine Zweitverwertung geplant. "Ich will das ins Abi einfließen lassen, eine Arbeit drumherum schreiben. Mit den Lehrern ist das schon abgesprochen. Mal schauen, ob das eine gute Note wird."

Der Wettbewerb hat der Feldbergerin "Spaß gemacht". "Ich bin ein Mensch, der Herausforderungen mag, wollte einfach etwas Neues ausprobieren." Die 100 Euro Preisgeld sind für sie "eine schöne Nebenerscheinung". Geschichte ist für Josephin Lorenz ein Hobby. Am Sportgymnasium hat sie sich auf die Sportart Karate spezialisiert. Studieren will sie Chemie oder Biologie.

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2012/13 war auf Initiative der Körber-Stiftung unter dem Titel "Vertraute Fremde - Nachbarn in der Geschichte" ausgeschrieben. Aus Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich 76 Kinder und Jugendliche mit 22 Beiträgen. Bundesweit gingen mehr als 5000 Schüler auf historische Spurensuche und reichten 1320 Arbeiten ein. "Toleranz und nachbarschaftliches Miteinander sind für die Teilnehmer ein hohes Gut. Vor allem die Integration neuer Nachbarn bewegte sie", so Sven Tetzlaff von der Körber-Stiftung. "Erforscht haben sie das ganze Spektrum von Ausgrenzung und Vorurteilen bis zu gegenseitiger Hilfe."