Abriss:

Mühlrad wird nicht saniert, sondern verschrottet

Erst versprochen und dann gebrochen? Die Besitzer aus Hamburg haben den Wiederaufbau eines Wasserrads zur Bedingung für den Abriss der Fleether Mühle gemacht. Doch daraus wird offenbar nichts mehr.

Das alte Sägemühlenrad wird sich wohl nicht mehr drehen. Die Sanierung sprenge den Kostenrahmen, heißt es.
T. Lemke Das alte Sägemühlenrad wird sich wohl nicht mehr drehen. Die Sanierung sprenge den Kostenrahmen, heißt es.

So sah die Abmachung nicht aus. Diana und Rainald Siebert, die Besitzer der Fleether Mühle, sind schockiert. „Wir haben gerade erfahren, dass aus kostentechnischen Gründen kein Mühlrad mehr saniert und eingebaut wird“, berichten sie dem Nordkurier.

Seit einigen Wochen werden in Fleeth die alte Kornmühle und das Räderwerk im Bach abgerissen, um Platz für den nötigen Neubau eines Wehrs zu schaffen. So weit, so gut – dem haben Sieberts, die das Areal erst 2011 mit der damals schon baufälligen Brandruine kauften, auch ­zugestimmt. Allerdings hat das Hamburger Paar auf einen wichtigen Punkt bestanden: Eins der beiden Mühlräder sollte wieder aufgearbeitet werden. „Das war für uns der einzige Grund, dem Abriss zuzustimmen“, sagt Diana Siebert.

Zudem sollten übrige Teile behutsam ausgebaut werden, damit sie für Ausstellungszwecke im Biergarten der Mühle stehen können. „Entgegen den Abmachungen gab es aber keinen behutsamen Abriss, die Mühle wurde einfach platt gemacht, die Sägegatter wurden dabei mit dem Bagger umgerissen, zerstört und auf den Altmetallhaufen geworfen“, beschreibt Siebert die Situation.

Die Vereinbarung für einen sorgsamen Abbruch sei mit der Landesdenkmalpflege und dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) schriftlich festgehalten worden. Das StALU ist für die Wasserregulierung im Bach zuständig und hat den Neubau des Wehrs beauftragt. 

Die Mühle habe eine traurige Geschichte, erklärt Annette Krug von der Landesdenkmalpflege. Den Titel als technikgeschichtliches Denkmal hatte die Brandruine verloren, so dass dem Abriss schließlich stattgegeben worden sei. „Der schützenswerte Schwerpunkt lag auf dem klassizistischen Bau“, erklärt Krug. Die Wasserräder seien nur ein Puzzleteil gewesen. Ob es eine Absprache bezüglich eines Wiederaufbaus eines Rads gab, konnte Krug am Donnerstag nicht klären.

Vom StALU war zu diesem Punkt ebenso wenig zu erfahren. Vor Ort auf der Baustelle bestätigte eine Mitarbeiterin der Behörde nur, dass es wohl keinen Einbau eines Mühlrads mehr geben werde. „Die Schäden sind zu groß und waren vorher so nicht zu sehen“, erklärte sie.

 

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