Einbrüche in Wustrow:

Nach dem Raubzug gibt es Hilfe von Nachbarn

Die Täter, die in dem kleinen Dorf bei Wesenberg unter anderem die Feuerwehr und auch eine Bootsfirma ausraubten, sind noch nicht gefasst. Die Einwohner von Wustrow bleiben natürlich wachsam.

Den Sachschaden nach den Einbrüchen in Wustrow schätzt die Polizei auf mehr als 50 000 Euro.
Friso Gentsch Den Sachschaden nach den Einbrüchen in Wustrow schätzt die Polizei auf mehr als 50 000 Euro.

In Wustrow kehrt wieder Ruhe ein. Zu Wochenbeginn hatte eine Einbruchsserie die Einwohner in Anspannung versetzt, seit Mittwoch aber gab es in dem Dorf bei Wesenberg nach Auskunft der Polizeiinspektion Neubrandenburg keine weiteren Vorfälle. „Bei uns sind keine Anzeigen mehr eingegangen, dafür aber zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung“, sagte Polizeisprecherin Diana Mehlberg am Freitag auf Nordkurier-Nachfrage.

Die Kriminalpolizei werte jetzt die Hinweise, die Spuren und die anderen Ermittlungsergebnisse aus. Auch Bürgermeister Heiko Kruse hat nichts von weiteren Einbrüchen gehört. „Mehr ist nicht dazugekommen, zum Glück.“

Solange die Täter nicht gefasst sind, bleibe die Stimmung im Ort jedoch angespannt. „Natürlich sind die Leute beunruhigt. Wir sind noch nicht so weit, eine Bürgerwehr zu gründen, aber wir sind wachsamer geworden. Wir hoffen sehr, dass die Polizei die Fälle aufklärt“, so der Bürgermeister. Bislang aber sind die Täter nicht gefasst.

In der Nacht zu Montag waren Unbekannte in vier Gebäude in Wustrow eingebrochen oder hatten es zumindest versucht. Bei der Feuerwehr hatten die Täter unter anderem einen Notstromaggregat und eine Kettensäge gestohlen. In der Nacht zu Mittwoch war eine Firma für Bootszubehör ausgeraubt worden. Dort fehlen unter anderem zehn Bootsmotoren. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf deutlich mehr als 50 000 Euro.

Zwischen all dem Ärger gab es in Wustrow aber doch einen Lichtblick. Rüdiger Brodzio aus Neustrelitz las im Nordkurier von dem gestohlenen Stromerzeuger und bot spontan Hilfe an. Er wollte den Feuerwehrleuten sein eigenes Gerät leihen. Zwar konnte die Feuerwehr das Angebot nicht annehmen, weil das Gerät nicht den technischen Anforderungen entspricht, die freundliche Geste aber kam in Wustrow sehr gut an. „Seit diesem Angebot glaube ich wieder an das Gute im Menschen“, so Heiko Kruse. „Wir haben uns sehr darüber gefreut.“