Gute Ernte im nördlichsten Weinberg Deutschlands:

Nach Zitterpartie ernten Ratteys Winzer prächtigen Wein

Die Weinbauern vom Schlossberg sind sehr zufrieden. Besonders der rote Regent ist gut gediehen. Zwischendurch aber mussten die Ratteyer um ihre Ernte bangen.

So sieht er aus, der Ratteyer Wein.
Susanne Böhm So sieht er aus, der Ratteyer Wein.

Zwei Wochen harte Arbeit liegen hinter den Winzern von Rattey. Unzählige Trauben wurden gepflückt, verladen, gemostet. Die Weinpresse lief ununterbrochen. Jetzt reift die Ernte in Tanks und Fässern zu Mecklenburger Landwein heran. 12 000 Liter sind es geworden. Die Winzer sind zufrieden, die Qualität ist gut. Besonders gelungen ist der rote Regent. Viel ­Sonne zur richtigen Zeit brachte einen hohen Zuckergehalt. „Viel Zucker heißt viel Qualität“, sagt Weingärtner Henry Ebert.

Zwischendurch gab es eine Zitterpartie: Als die zarten Schalen der Weißwein-Beeren besonders empfindlich waren, machten drei Tage Regen­ einen Teil zunichte. „Auf einen Schlag hatten wir Fäulnis drin. Wir mussten eine Notlese durchführen.“ Zum Glück reiften die Trauben an anderen Rebstöcken besser. Auch Vogelfraß und andere Widrigkeiten blieben aus. So konnten Verluste ausgeglichen werden.

Drei Weingärtner und ein Kellermeister kümmern sich auf Schloss Rattey um den Wein. Vom Rebschnitt bis zur Etikettierung – das ganze Jahr über gibt es Arbeit. Zu Stoßzeiten hilft der Verein der Privatwinzer zu Rattey. „Wein macht schlank. Nicht vom Trinken, sondern von der Arbeit“, sagt Ebert.

Führungen sind auch im Winter möglich

Der Ratteyer Weinbau hat eine Jahrhunderte alte Tradition. Seit 1508 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde Wein angebaut, weiß Kellermeister Stefan Schmidt. 1999 wurde der Weinbau vom Verein der Privatwinzer mit sieben Mitgliedern wiederbelebt. Für die Erlaubnis zum Vertrieb des Mecklenburger Landweins bedurfte es 2004 sogar einer Änderung des Weinrechts durch den Bundesrat. Seitdem ist Rattey das nördlichste Weinbaugebiet Deutschlands, das offiziell bestätigt wurde. Der Verein ist inzwischen auf rund
520 Mitglieder angewachsen.

Seit Anfang an feilten die Winzer an der Qualität ihres Weins. „Inzwischen ist er richtig gut“, sagt Ebert. Stetig probierten und experimentierten die Weinbauern, bildeten sich weiter, holten Expertenrat ein. Die optimalen Bedingungen im Schlosspark taten ihr Übriges. „Wir liegen sehr geschützt, haben viel Sonne, wenig Wind und gemäßigte Temperaturen“, erläutert Spezialist Hardy Eitner. „Außerdem besteht der Boden aus feinem Lehm-Sand-Gemisch – genau richtig für empfindliche Reben.“

Nach der Erntezeit kehrt jetzt Ruhe ein in den Weinbergen. Ein Besuch lohnt sich aber auch in Herbst und Winter. Wer sich durch Weinreben und Schlossensemble führen lassen möchte, kann sich anmelden unter der Telefonnummer 0170 5847258.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung