Kein Investor:

Neustrelitz muss ohne Jugendherberge auskommen

Typisch: Erst rufen alle Hurra, dann will keiner mitmachen. Die Stadt muss notgedrungen auf ein Hostel verzichten. Denn niemand traut sich, das Projekt umzusetzen, obwohl Neustrelitz die besten Voraussetzungen mitbringt.

Die Pläne, auf diesem Gelände am Zierker See eine Jugendherberge zu errichten, haben sich zerschlagen.
Heike Sommer Die Pläne, auf diesem Gelände am Zierker See eine Jugendherberge zu errichten, haben sich zerschlagen.

Alle waren Feuer und Flamme, als die Neustrelitzer Architektin Kerstin Heller die Idee einer Jugendherberge am Zierker See vortrug. Sowohl Politiker als auch Grundstückseigentümer und der Jugendherbergsverband zollten dem Konzept ihren Beifall. Das ist jetzt sage und schreibe knapp vier Jahre her. Jahre in denen es um die Idee  immer stiller wurde, die Hürden immer größer. „Es  fand sich niemand, der die Verantwortung übernehmen wollte“, fasst Architektin Kerstin Heller das  Scheitern zusammen. Konkret: Es fand sich kein Investor.

Das Jugendherbergswerk baut prinzipiell keine Beherbergungsgebäude, sondern mietet sich in Objekte ein. „Das Gelände am Zierker See wäre für unsere Zwecke ideal  gewesen“, gibt die Vorstandsvorsitzende des Jugendherbergswerk Mecklenburg-Vorpommern, Karen Löhner, zu. „In diesem Fall war der ursprüngliche Plan, dass die Stadt das Grundstück erwirbt und es dann für uns bebauen wollte. Wir  selbst gehen nur selten in Bauträgerschaft, sondern übernehmen die Objekte zumeist in Erbbaupacht“, schildert Karen Löhnert.

Stadt ist weiter gesprächsbereit

Bei dem 1500 Quadratmeter großen Gelände an der Useriner Straße handelt es sich um eine Industriebrache, auf der zum Schluss Einrichtungen der kommunalen Beschäftigungsgesellschaft Ipse ansässig waren. Eigentümer ist  das  Neustrelitzer Unternehmen MMT. Dessen Geschäftsführer Sigmar  Hauffe war anfangs von der Jugendherbergs-Idee begeistert. Bei den Überlegungen, wie das Gelände künftig genutzt werden sollte, sei er auf  eine  Jugendherberge „einfach nicht gekommen“. Er zeigte sich von dem Konzept angetan: „Wir werden das unterstützen“, hieß es in einem Nordkurier-Artikel vom 15. November 2011. Das sieht heute ganz anders aus. Schmallippig reagiert  MMT-Prokurist Alfred Grubert auf die Anfrage des Nordkurier. „Eine Jugendherberge wird es auf dem Grundstück definitiv nicht geben. Das Vorhaben ist vom Tisch, beerdigt“, sagt er. Warum? Dazu gibt es keine Äußerungen. Auch zu den aktuellen Plänen nur soviel: „Der Bebauungsplan ist noch nicht durch“ und über ungelegte  Eier wolle man nicht reden. Auch seitens der Stadt wird über das Scheitern des Projekts nicht viel Aufhebens gemacht. Es habe sich kein Investor gefunden und: „Die Stadt  Neustrelitz wird nicht als Investor eines Beherbergungsbetriebes auftreten. Selbstverständlich ist die Stadt  weiter gesprächsbereit. Es wären stadtplanerisch nach wie vor verschiedene Standorte denkbar“, heißt es auf Nordkurier-Nachfrage.