Keine Promis :

Neustrelitz spendiert sich die NDR-Sommertour nicht

Mark Forster, Andreas Bourani, Karat, Jan Josef Liefers und Milow – sie alle kommen nach Mecklenburg-Vorpommern, um ihre Musik vorzustellen. Nur um die Residenzstadt machen die Künstler einen riesengroßen Bogen. Was allerdings gute Gründe hat.

Anklam leistet sich die Sommertour regelmäßig. Neustrelitz kann das nicht.
Gabriel Kords/Archiv Anklam leistet sich die Sommertour regelmäßig. Neustrelitz kann das nicht.

Warum macht die NDR-Sommertour nicht mehr in Neustrelitz Station? Diese Frage stellt sich die Neustrelitzerin Petra Hackbarth. „Sind es Sparzwänge im Rathaus, die das verhindern?“, fragt sie am Direkten Draht unserer Zeitung. Möglicherweise sind bei der Stadt die finanziellen Mittel für solche Konzerte nicht eingestellt. Dabei gibt es doch Kleinstädte, die regelmäßig so ein Spektakel gemeinsam mit dem NDR anbieten. „Wie machen die das?“ Ja, Bergen auf Rügen, Barth, Anklam oder auch das kleine Dorf Klink in der Müritzregion gehören dagegen zu den bereits angekündigten Stationen der Sommertour 2015.

„Wir können das finanziell als Stadt nicht begleiten“, bestätigt Rathaus-Pressesprecherin Petra Ludewig auf Nachfrage des Nordkuriers. Tatsächlich fehlen der Stadt die Mittel für dieses Event. Die letzte Tour fand im August 2002 auf dem Schlossberg statt. Tausende Gäste strömten damals zur Sommertour von NDR 1 Radio MV und dem Nordmagazin. Middle of the Road sorgte auf der Bühne für Stimmung. Das ist lange her. Petra Hackbarth kann sich vorstellen, dass nicht nur die Einwohner kommen, sondern auch viele Touristen. „Die Schlossgartenfestspiele sind schon eine Supersache und mit der Sommertour hätte man einen weiteren Höhepunkt in der Stadt.“

Zu viel Geld bei der Finanzlage

Die Sommertour kostet für die Besucher nichts. Doch die Stadt muss einen fünfstelligen Betrag dafür zur Verfügung stellen, weiß man im Rathaus. „Ein Kostenfaktor, der aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht darstellbar ist.“ Eine Bewerbung aus Neustrelitz liegt demzufolge gar nicht beim NDR vor.

„Die Städte bewerben sich beim NDR als Standort für eine Sommertourstation“, heißt es aus dem Schweriner Funkhaus. Allerdings werde darauf geachtet, in allen Teilen des Landes präsent zu sein. „Das ist bei sechs Stationen nicht immer ganz leicht.“ Wenn ein größerer Landesteil nicht abgedeckt werde, gehe der NDR auf die Städte zu. Wie teuer das Spektakel für eine Stadt ist, lässt das Funkhaus offen. „Der Beitrag der Städte steht immer in Abhängigkeit von den erbrachten Sachleistungen“, heißt es. Dazu zählen beispielsweise die Veranstaltungsflächen, sanitäre Einrichtungen oder auch Stromkosten. Wer da auf der Bühne steht, hat keinen Einfluss auf die Kosten. Auf jeden Fall gebe es bei der Sommertour immer eine Stadtwette, deren Gewinn wiederum einem guten Zweck zugute kommt.

Vielleicht gibt es auch für Neustrelitz mal wieder eine Möglichkeit, die Wünsche der Einwohner nach der Sommertour zu erfüllen. In Anklam beispielsweise hat man eine Lösung gefunden. Dort gibt es einen Veranstalter, der mit Hilfe von Sponsoren und Unterstützern so ein Konzert möglich macht.

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