Asylfeindliche Demo angemeldet:

Neustrelitz wird gegen braune Einfalt ansingen

Erneut wird Neustrelitz ein Zeichen für Vielfalt und Weltoffenheit setzen. Die Einwohner sind in der Vorweihnachtszeit zum gemeinsamen Singen in die Stadtkirche eingeladen. Denn schon wieder ist ein nazigesteuerter Abendspaziergang angemeldet.

Viele Menschen unterschrieben am 13. November das Bekenntnis zur Willkommenskultur. Jetzt sind die Strelitzer erneut gefordert, ein Zeichen für Weltoffenheit zu setzen.
Susanne Böhm Viele Menschen unterschrieben am 13. November das Bekenntnis zur Willkommenskultur. Jetzt sind die Strelitzer erneut gefordert, ein Zeichen für Weltoffenheit zu setzen.

Warum soll das, was im Herbst 1989 gelungen ist, nicht wiederholt werden können? In den Zeiten der politischen Wende in der DDR hat es mehr als 1500 Menschen in die Stadtkirche getrieben. Jetzt ist die Gelegenheit, in dem Gotteshaus erneut ein Zeichen zu setzen. Unter dem Motto „Let‘s sing together - Neustrelitz singt“ sind am kommenden Dienstag um 19 Uhr alle Chöre, Gesangsvereine und alle Leute, die gerne singen wollen, vom Neustrelitzer Aktionsbündnis „Vielfalt statt Einfalt“ eingeladen, um gemeinsam mit Weihnachts- und Friedensliedern gegen die braune Einfalt, die sich für diesen Tag in Neustrelitz angesagt hat, anzusingen.

Bereits das zweite Mal ist ein "Abendspaziergang" in Neustrelitz angemeldet, der sich gegen eine angebliche Asylflut in der Stadt richtet. Nach wie vor geben die Veranstalter ihre Identität offiziell nicht preis. Nach Informationen des Nordkurier hat erneut eine Einzelperson die Demonstration, die am Bahnhof beginnt und diesmal durch die Innenstadt führen soll, angemeldet. Der Neustrelitzer Bürgermeister nimmt kein Blatt mehr vor den Mund. Er machte jetzt unmissverständlich klar, dass es sich dabei um eine "nazigesteuerte Aktion" handelt. Die Handschrift von MVgida und NPD sei nicht zu übersehen. Von einer Asylflut könne in der Stadt ohnehin nicht die Rede sein, sondern von geregelten Verhältnissen in dezentralen Unterkünften.

Die Neustrelitzer hatten sich bereits im November gegen den braunen Spuk gewehrt, kurzerhand das Aktionsbündnis „Vielfalt satt Einfalt“ gegründet und knapp 600 Menschen haben sich daraufhin auf dem Marktplatz und an der Strelitzer Chaussee gastfreundlich und weltoffen gezeigt. Gleichzeitig wurde die Neustrelitzer Erklärung für eine menschliche Asylpolitik verabschiedet. Die wird auch am Dienstag wieder die Runde in der Kirche machen. Die Akteure des Aktionsbündnisses hoffen an diesem Abend die 1000. Unterschrift zu bekommen.

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