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Neustrelitz zeigt Schwerin die Rote Karte

Fünf Städte hatten am Samstagabend eines gemeinsam: Den Protest des Publikums gegen die umstrittenen Theater-Sparpläne von Kultusminister Brodkorb. In Neustrelitz steht schon am Montag die nächste Aktion an.

Rotes Meer im fast ausverkauften Neustrelitzer Landestheater. Auch in Neubrandenburg, Rostock, Stralsund und Greifswald protestierte das Publikum am Samstag gegen die Fusionspläne des Kultusministeriums.
Bela Witt Rotes Meer im fast ausverkauften Neustrelitzer Landestheater. Auch in Neubrandenburg, Rostock, Stralsund und Greifswald protestierte das Publikum am Samstag gegen die Fusionspläne des Kultusministeriums.

Das war eindeutig: Hunderte Theaterzuschauer haben am Samstagabend im Neustrelitzer Landestheater die Rote Karte gezeigt. Sie galt aber nicht den Künstlern auf der Bühne, sondern dem Schweriner Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). Geht es nach den Plänen der Landesregierung, sollen die Theater im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns zu einem Staatstheater Nordost fusionieren. Damit aber ginge auch die Eigenständigkeit der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz verloren. Zudem würde Neustrelitz sein Musiktheaterensemble und die Deutsche Tanzkompanie verlieren.

Die Protestaktion fand am Sonnabend in Neustrelitz vor Beginn der fast ausverkauften konzertanten Aufführung der Bizet-Oper "Die Perlenfischer" statt. Zeitgleich zeigten auch die Zuschauer an den Theatern in Neubrandenburg, Rostock, Greifswald und Stralsund den Schweriner Theaterfusionsplänen die Rote Karte. Die Aktion wurde vom Netzwerk Theater Leben! organisiert.

Unterdessen ist die nächste Aktion bereits in Sicht. Am Montag, dem 9. März, wird erneut in Neustrelitz protestiert. Das Theaternetzwerk Leben! hat zum Protest vor dem Neustrelitzer Landestheater aufgerufen. Beginn ist um 17 Uhr. Anschließend findet im Theater eine Podiumdiskussion statt. Zu der Kundgebung haben sich auch Künstler und Theaterfreunde aus Rostock, Stralsund und Greifswald angesagt. Sein Kommen hat auch der Intendant des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, zugesagt, erfuhr der Nordkurier von Marco Zabel, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Theaterfördervereins Neustrelitz.