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Nur Rehberg will Miss Dorf werden

Bei diesem Schönheitswettbewerb dürfen sich die Bewerber ausbreiten und alles präsentieren, was sie haben. Besser zu viel als zu wenig. Das macht es leicht, sollte man meinen. Doch fürs Casting hat sich kaum jemand beworben.

Jubiläum wurde hier vor vier Jahren gefeiert. Vor sechs Jahren hatten sich die Rehberger schon einmal zum Casting angemeldet. 
Andrea Dittmar Jubiläum wurde hier vor vier Jahren gefeiert. Vor sechs Jahren hatten sich die Rehberger schon einmal zum Casting angemeldet. 

„Das macht nur Arbeit und am Ende kommt nichts dabei raus.“ Ortsvorsteher Hartmut Kieckbusch aus Rehberg, einem Ortsteil von Woldegk, macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Klar ist Rehberg ganz hübsch, aber ob es für einen Schönheitstitel reicht?

Auf jeden Fall bewirbt sich Rehberg als einziges Dorf rund um Neustrelitz um den „Miss“-Titel. Ob es wirklich das schönste und zukunftsträchtigste Dorf zwischen Mirow und Woldegk ist, wird sich zeigen. Jedenfalls hat der Seenplatten-Landkreis das Casting zu „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ eröffnet und so richtig viele wollen nicht mitmachen.

Komisch: Zu diesem Casting möchte keiner

Wenn normalerweise Casting-Shows einen regen Fankreis finden, so hält sich die Begeisterung im Landkreis bei der Wahl ums schönste Dorf in Grenzen. Sind unsere Dörfer etwa alle hässlich? Rund um Neustrelitz gibt es mit Rehberg lediglich eine Bewerberin. Im gesamten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte liegen derzeit neun Bewerbungen um den Schönheitstitel vor, heißt es aus dem Landratsamt. Dabei handelt es sich um vorläufige Zahlen, denn in einigen Dörfern müssen noch die Stadt- oder Gemeindevertreter einen endgültigen Beschluss zur Teilnahme fassen.

Hartmut Kieckbusch wird die Unterlagen ausfüllen, wie er sagt. Schon vor sechs Jahren hat er sein Dorf ins Rennen um den Titel geschickt. Gereicht hat es am Ende nicht. „Kommt ja auch nichts bei rum.“ Mit dem Titel könne man sich nichts kaufen. Wenn es wenigstens noch 20 000 Euro fürs Dorf geben würde...

Nein, die gibt es nicht. Hier zählt allein der Titel für die Schönheit. Die Bewerbung der Rehberger ist somit eher aus der Not heraus geboren, um dem Aufruf des Landkreises zu folgen. Aber wenn die Kommission vorbeikommt, dann werden die Rehberger auch versuchen, sich von ihrer besten Seite zu zeigen.

Hier darf man sich richtig ins Bild rücken

Die Kandidaten um Miss Dorf dürfen sich richtig breit präsentieren. Es geht darum, bei einer Jury ein gutes Bild nach deren Vorstellungen abzugeben. Nicht mehr als 3000 Einwohner dürfen die Teilnehmer haben und kreative Ideen sind gefragt. Kraft und Erfolg zählen, genau wie Natur und Umwelt und die dörfliche Identität. Hartmut Kieckbusch spricht von hohen Anforderungen.

„Rehberg ist schön“, sagt er. Das Alter spielt bei diesem Wettbewerb ja auch keine Rolle. In den vergangenen Jahren seien so manche Falten geglättet worden. Geld ist hier allerdings schon lange nicht mehr geflossen. Nun, vielleicht lassen sich ja mit einem Titelgewinn als schönstes Dorf Forderungen stellen? Eine Diskussion sei es wert.