Mysteriös:

Obelisk ausgegraben und dann geklaut

Einst stand der Gedenkstein an den deutsch-französischen Krieg auf dem Gelände der Kaserne. Dann wurde er in der Bürgerhorst vergraben. Und dort ist die Stele jetzt verschwunden.

Diese Stele ist aus der Bürgerhorst verschwunden. Sie muss ausgegraben mehrere Tage lang gelegen haben. Jetzt wird sie gesucht.
Stadt Neustrelitz/Andreas Köhncke Diese Stele ist aus der Bürgerhorst verschwunden. Sie muss ausgegraben mehrere Tage lang gelegen haben. Jetzt wird sie gesucht.

In der Neustrelitzer Bürgerhorst ist abseits der breiten Wege eine alte Stele - sie könnte auch als Obelisk bezeichnet werden - ausgegraben worden. Bekannt ist dies laut Polizei bereits seit dem 17. März. Jetzt ist die Stele verschwunden. Dabei besitzt sie zeitgeschichtlichen Wert für die Stadt Neustrelitz. Die Stele erinnert an  den deutsch-französischen Krieg von 1870/1871, bestätigt Rathaussprecherin Petra Ludewig. Sie wurde 1895 auf dem Gelände der Kaserne aufgestellt. Das dort einst stationierte Großherzogliche Mecklenburgische Grenadierregiment Nr. 89 gehörte zur preußischen Armee und war am deutsch-französischen Krieg beteiligt. Auf der Stele aufgelistet sind Kriegsschauplätze. Der frühere Standort ist in einem alten Stadtführer beschrieben, sagt die Rathaussprecherin.

Warum das Objekt aus Granit jetzt in der Bürgerhorst lag und wie es dahin gekommen ist, ist im Rathaus nicht bekannt. Unklar ist auch, wer die Stele ausgegraben hat und was mit solch einem Gedenkstein  angefangen werden kann. Die Stele hat offenbar auch längere Zeit so ausgegraben gelegen. In der Stadtverwaltung sei erst etwas bekannt geworden, nachdem ein Spaziergänger einen Hinweis gegeben habe. Das Objekt sei daraufhin begutachtet worden. Dabei wurde festgestellt, dass die Stele nur durch den Einsatz von Technik geborgen werden kann. Und dann war offenbar jemand schneller.

Schleifspuren am Fundort

Wer die Stele mitgenommen hat - an der Fundstelle sind Schleifspuren zu erkennen -  sei unbekannt. Die Stadt Neustrelitz habe Anzeige erstattet, sagte Petra Ludewig. Es gibt zudem die Hoffnung, dass der aktuelle Inhaber sich im Rathaus meldet. Dies könne auch anonym geschehen, sagte Petra Ludewig. Möglicherweise haben auch Zeugen die Ausgrabung der Stele beobachtet. Die Polizei hat ebenfalls um Informationen gebeten.

Die Stele ist etwa zwei Meter lang, aus Granit gearbeitet und mit dem Relief eines eisernen Kreuzes mit eingravierter Krone und der Jahreszahl 1870 auf der Vorderseite sowie eingravierte französische Städtenamen auf beiden Seitenflächen versehen. Die Kripo Neustrelitz ermittelt in diesem Fall und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer  verdächtige Beobachtungen gemacht oder Hinweise zum Verbleib des Denkmals hat, leitet diese  an die Polizei in Neustrelitz unter 03981258224 weiter.

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