Kraftstoff auf der Fahrbahn:

Ölspur zeigt sich überaus flüchtig

Eine 30 Kilometer lange Bahn aus giftiger Flüssigkeit zieht sich von Feldberg bis Neustrelitz. Regen spült den Kraftstoff weg, bevor die Behörden eingreifen können.

Auch wenn sie offiziell niemand gesehen hat - die Ölspur war da. Heiko Schäfer aus Feldberg hat sie fotografiert. Foto: Heiko Schäfer
Auch wenn sie offiziell niemand gesehen hat - die Ölspur war da. Heiko Schäfer aus Feldberg hat sie fotografiert. Foto: Heiko Schäfer

Offiziell hat sie niemand gesehen, aber sie war da: Eine mindestens 30 Kilometer lange Ölspur, die sich vom Ortsausgang Feldberg bis zum Ortseingang Neustrelitz zog. Heiko Schäfer hat die schmierige Bahn mehrfach fotografiert – auf der Landstraße zwischen Feldberg und Möllenbeck, auf der Ortsdurchfahrt Carpin und auf der Bundesstraße zwischen Möllenbeck und Neustrelitz. „Dem Geruch nach war es kein Benzin, eher Dieselkraftstoff“, meint Schäfer.

Die giftige Flüssigkeit wurde jedoch von einem Regenguss in den Boden gespült, bevor die Behörden eingreifen konnten. Sie verschwand so schnell, wie sie gekommen war. „Wir hatten die Information, dass dort eine Ölspur ist, sind rausgefahren, haben aber nichts gefunden – weder bei Feldberg noch bei Carpin“, heißt es aus dem Straßenbauamt Neustrelitz. Die Polizei Neustrelitz weiß von nichts, dort wurde der Vorfall gar nicht angezeigt. Auch die Rettungsleitstelle hat nichts von der kurzzeitigen Gefahr für Autofahrer gehört.

Heiko Schäfer, Vorsitzender des Vereins „Saubere Boote auf Feldberger Seen“, fürchtet, dass Gewässer im Naturpark Feldberger Seenlandschaft verschmutzt wurden. „Der intensive Regen dürfte dafür gesorgt haben, dass das Öl zumindest im Feldberger Bereich durch die Straßenentwässerung direkt in die Seen entsorgt wurde“, sagt er. Ob dem so ist, hat keine Behörde überprüft. Offiziell war die Ölspur nicht da.

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