Unwetter:

Orkan trifft Seenplatte mit aller Gewalt

In Teilen der Seenplatte herrschte am Wochenende Weltuntergangsstimmung. Bäume und Masten kippten um, der Strom fiel aus, Telefone versagten.

Wie ein Streichholz knickte diese stattliche Kiefer an der B96 bei Neustrelitz um. Foto: S. Böhm
Wie ein Streichholz umgeknickt ist diese stattliche Kiefer an der Bundesstraße 96 bei Düsterförde. Zum Glück traf der Baum kein Auto. Foto: Susanne Böhm

Orkan Felix hat Neustrelitz und Umgebung am Sonnabend mit aller Gewalt getroffen. Am Nachmittag brach der Sturm mit voller Wucht los. Bäume stürzten um, Strommasten knickten ab, Lichter gingen aus, Sirenen heulten – Weltuntergangsstimmung. Zu 136 Einsätzen wurden die Rettungskräfte bis Sonntag gerufen. Menschen wurden nach bisherigen Informationen nicht verletzt.

In der Dr.-Schwendtner-Straße in Neustrelitz krachte ein Baum auf einen Wohnblock.  Vor einem Unglück bewahrte die Feuerwehr eine Gärtnerei in Mirow. Dort hatte sich durch eine defekte Stromleitung die Heizungsanlage entzündet.  Mit einem schwierigen Fall bekamen es auch die Feuerwehren aus Woldegk, Hinrichshagen und Bredenfelde zu tun. Bei Hinrichshagen fiel ein Baum über eine Straße und verkeilte sich im gegenüberstehenden Baum.

Ausfälle im Strom-, Mobilfunk- und Festnetz waren ein ernstes Problem. Ganze Landstriche waren bis zu drei Stunden ohne Strom und von der Außenwelt abgeschnitten. „Diverse Leitungen sind durch Bäume, Kurzschlüsse oder andere Folgen des Sturms beschädigt worden“, erklärt Landkreis-Sprecherin Haidrun Pergande. Betroffen waren Neustrelitz, Wesenberg, Mirow, Blankensee, die Feldberger Seenlandschaft und das Neubrandenburger Umland. Das Neustrelitzer Krankenhaus wurde mit einem Notstromaggregat versorgt.

Im Mehrgenerationenhaus in Neustrelitz blieben drei Seniorinnen mit einem Fahrstuhl stecken. Die Feuerwehr befreite die Damen. Wer trotz des Sturms einkaufen musste, kam mit leeren Händen nach Hause. Supermärkte mussten schließen.

Durch die Stromausfälle wurden Feuerwehren bei ihrer Arbeit beeinträchtigt. Nach Einschätzung von Anke Krüger ist die Region „knapp an einem Supergau“ vorbei geschrammt. „Hier ging kein Festnetz und kein Handy. Eine Stunde länger, dann hätte auch der Digitalfunk versagt.“

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