Das doppelte Maskottchen:

Otti, darfst Du jetzt auch für den Landkreis werben?

Da haben sich einige verwundert die Augen gerieben. Ein wanderlustiger Fischotter soll das neue Maskottchen des Seenplatten-Landkreises werden. Dabei gibt es so eine Figur schon längst in der Feldberger Region.

Otti ist das Maskottchen der Feldberger Seenlandschaft. In der Tourist-Info gibt es den Otter zum Beispiel als Plüschtier.
T. Lemke Otti ist das Maskottchen der Feldberger Seenlandschaft. In der Tourist-Info gibt es den Otter zum Beispiel als Plüschtier.

Moment mal! So mancher wird sich bei der Nachricht nachdenklich am Kopf gekratzt haben. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte will einen wanderlustigen Fischotter zum Maskottchen küren? So einen wandernden Gesellen gibt es doch aber schon längst, werden vor allem die Menschen im Südosten des Landkreises denken. Die Feldberger Seenlandschaft hat nämlich seit etlichen Jahren ihren Otti.

Tassen, Schlüsselanhänger, Plüschfigur: Otti wirbt schon für Feldberg

Den blauen Burschen gibt es dort in den verschiedenen Lebenslagen, etwa beim Schwimmen, mit Nordic-Walking-Stöcken oder beim Spaziergang. Ottis Konterfei ziert Tassen, Schlüsselanhänger und Wanderführer. In der Tourist-Info im Haus des Gastes ist der lustige Vogel sogar als Plüschtier zu haben.

Schon 2001 haben Designer das Feldberger Maskottchen entworfen, das seither für die Urlauberregion die Werbetrommel rührt. Zuvor war er auch das Wappentier für den Naturpark Feldberger Seenlandschaft.

Die in dieser Woche vorgestellte Zeichnung für den Landkreis-Otter wurde in der Feldberger Kurverwaltung zunächst mit Verwunderung aufgenommen. Inzwischen zeigt man sich aber etwas nachsichtiger. Der Fischotter gehöre typischerweise zur Seenplatte und so viele Tiere, die sich für ein Maskottchen eignen, gebe es eben nicht, sagt Brigitta Richter, Leiterin der Kurverwaltung.

Den Vorwurf eines Plagiats will sie nicht erheben, auch wenn die Ähnlichkeit teilweise frappierend ist. So hat der Landkreis-Otter ähnlich wie Otti aus Feldberg einen roten Rucksack umgeschnallt. Trotzdem sieht Richter keine Konkurrenz ums possierliche Tier entstehen. Ohnehin werde es beim Feldberger Otter keine neuen Produkte mehr geben. Das, was noch auf Lager ist, werde abverkauft. Ist das schon gleichbedeutend mit einem Aus für Otti? Als Maskottchen werde er weiter bestehen, beteuert Richter. Zudem ziert er zum Beispiel noch die Hinweistafeln auf dem historischen Rundgang.

Der Wanderlustige gefällt eben vielen

Bei der Kreisverwaltung sieht man keine Verwechslungsgefahr zwischen dem einen und dem anderen Maskottchen. Darauf könne bei der näheren Ausgestaltung des Otters geachtet werden, erklärt Annett Thurm von der Pressestelle des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Das wäre auch Feldbergs Bürgermeisterin Constance Lindheimer (SPD) wichtig. Sie will daher das Gespräch mit dem Landkreis suchen, um zu klären, wie sich die beiden Symbolfiguren voneinander abheben können. Übrigens habe im Feldberger Rathaus auch schon so mancher Anruf eines Bürgers auf die Dopplung aufmerksam gemacht.

Bei dem ausgelobten Ideenwettbewerb habe es keine Rolle gespielt, ob und welche Maskottchen es in der Seenplatte schon gibt, beziehungsweise sei darauf nicht geachtet worden. „Der Ideenwettbewerb sollte eine freie Findung ermöglichen“, erklärt Thurm. Der wanderlustige Otter bleibe weiterhin der Favorit. Der Siegerbeitrag von Kristin Hoppe aus Röbel sei durch eine Jury, die die Punkte vergab, ermittelt worden.

 

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