Umbau:

Parkvilla macht sich schick – für die Gesundheit

Das Haus ist nicht ganz 100 Jahre alt. Es hat als Jagdschloss gedient und dort fanden Kinder ein Zuhause. Jetzt gibt es eine neue Besitzerin und die hat klare Vorstellungen über die künftige Nutzung der Villa in der Neustrelitzer Parkstraße.

Die Parkvilla in der Neustrelitzer Parkstraße dürften viele Strelitzer noch als Czernyheim kennen.
Die Parkvilla in der Neustrelitzer Parkstraße dürften viele Strelitzer noch als Czernyheim kennen.

Wenn Wände flüstern könnten, was würden sie wohl alles erzählen über dieses Haus, das 1925 von einem Commerzienrat als Jagdschloss gebaut wurde, später einem Anwalt als Wohnsitz diente und in dem nach 1950 Kinder lebten? Viele Kinder. Die gutbürgerliche Villa in der Neustrelitzer Parkstraße 37 wurde bis in die 1990er-Jahre hinein als Station für Kinder und Säuglinge genutzt. Das Haus trug den Namen eines berühmten Kinderarztes.

Es war benannt nach Professor Dr. Adalbert Czerny (1863 bis 1941), der die moderne Kinderheilkunde  mitbegründete. Das Heim war eine Art Dauerkrippe für Mädchen und Jungen bis zu einem Alter von drei Jahren. Sie konnten im Czernyheim betreut werden, wenn die Eltern im Schichtdienst arbeiteten oder aber außerhalb von Neustrelitz einer Beschäftigung nachgingen.

In dem Haus waren aber auch Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen, die es zu DDR-Zeiten auch gab, untergebracht.  Mitte der 90er-Jahre wurde das Heim geschlossen. Danach zog Ruhe in das Gebäude. Ein Bildungsträger war ansässig.

Jetzt bekommt das altehrwürdige Gemäuer mit seinem weitläufigen Park noch einmal eine neue Ausrichtung. Es wird ganz im Zeichen der Gesundheit stehen. Eine Arztpraxis zieht ein, Angebote in chinesischer Medizin wird es geben, Laufseminare und Kosmetikbehandlungen sollen angeboten werden. Im Grund ist es eine Nutzergemeinschaft. Neue Hausbesitzerin ist die Neustrelitzerin Anke Fabian. Zusammen mit ihrem Mann, dem Arzt Guido Antonow, hat sie das Haus in den vergangenen Monaten teilsaniert.

Altes Parkett und Stuck wieder sichtbar

Zum Glück war die Grundsubstanz nicht so schlecht. Der Vorbesitzer hatte sich ebenfalls um eine Sanierung gekümmert. Dennoch, es gab zu tun. Das alte Eichenholzparkett musste vom Lamninat befreit werden. Der Stuck an der Decke lag ebenfalls teils im Verborgenen. Raumzuschnitte waren zu ändern. Es war sehr viel kleinteilige Arbeit, sagt Anke Fabian, die selbst Restauratorin ist und sich als Unterstützung ihre Berufskollegin Esther Ditmer aus Rostock dazugeholt hat. Das Haus soll seinen alten Charme atmen, es soll nicht vordergründig nach Arztpraxis aussehen, so ein Credo der Besitzerin.

Am Dienstag, 29. Dezember, wird es ab 15 Uhr einen Tag der offenen Tür geben. Dann wird die Philosophie des Hauses als kleines Gesundheitszentrum vorgestellt. Unter anderem hat sich der in Neustrelitz beheimatete Historiker Marko Zabel angesagt. Er hat sich eingehend mit der Geschichte des Hauses beschäftigt.

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