Jetzt vermittelt das Ministerium:

Pause im Clinch um den Useriner Steg

Bis heute hatte das Müritz-Nationalparkamt die Frist für drei Useriner Familien gesetzt, die neuen Planken auf einem öffentlichen Steg am See zurückzubauen. Passiert ist das nicht, stattdessen ist Hoffnung aufgekeimt.

Trügerisches Idyll vom Steg. Aus Sicht des Nationalparkamtes soll der Steg zugunsten der Natur weichen. Die Useriner sehen das anders.
Anett Seidel Trügerisches Idyll vom Steg. Aus Sicht des Nationalparkamtes soll der Steg zugunsten der Natur weichen. Die Useriner sehen das anders.

Die gute Nachricht zuerst: Es soll auf Anraten des Ministeriums ein Gespräch zwischen dem Müritz-Nationalparkamt und den Userinern geben. Die Initiativgruppe Useriner Steg und auch Userins Bürgermeister Axel Malonek werten das zunächst positiv. „Das hätte gleich passieren sollen“, meinte das Gemeindeoberhaupt. Die Forderung, den Steg zurückzubauen, liegt somit bis zu dem Termin auf Eis, wurde aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag bestätigt. Die Beteiligten werden am 1. November zusammenkommen. Einladungen wurden verschickt, hieß es außerdem.

Worum geht es? In Userin gibt es unterhalb des Feriendorfs am See einen Steg des ehemaligen DDR-Kinderferienlagers, der heute niemandem gehört. Drei Familien aus dem Dorf haben sich seit mehr als 20 Jahren um die Anlage ehrenamtlich gekümmert, damit er für die Öffentlichkeit zu nutzen ist, ohne dass sich jemand verletzt. In diesem Jahr investierten sie eine Menge Zeit, um den Steg neu zu beplanken. Das Material hat der Betreiber des Feriendorfes oberhalb des Sees gesponsert.

Um die Eigentumsfrage hat sich, bis die Post vom Nationalparkamt eintraf, niemand Gedanken gemacht. Vielleicht war das naiv, haben die Stegerhalter eingeräumt, setzen aber nun auf eine Lösung zugunsten der Anlage am See.

Amt sieht keinen Gesprächsbedarf

Die Sichtweise des Nationalparkamtes stellt sich jedoch anders dar. Der Steg muss weg, forderte das Nationalparkamt vor einigen Wochen den Rückbau. Er befindet sich auf der Wasserfläche des Useriner Sees und ist damit Eigentum des Landes. Einen Nutzungs- oder Pachtvertrag gebe es dafür nicht und habe es auch in der Vergangenheit nie gegeben, begründete das Nationalparkamt. Mit dem Ablaufen von mehreren Pachtverträgen Ende 2015 für andere baulichen Anlagen entlang des Sees hat das Nationalparkamt die Neuordnung der Ufernutzung als zuständige Naturschutzbehörde vorgenommen. Anliegen dabei ist es gewesen, die Nutzung des Sees auf den Bereich zwischen den beiden großen Steganlagen zwischen Badestelle und Bauernende zu konzentrieren, um damit den Schutz der übrigen Uferabschnitte zu verbessern. Die Lage sei eindeutig, hieß es aus dem Amt, Gesprächsbedarf gebe es deshalb nicht.

Die Useriner sehen das anders. Sie sollten ursprünglich bis heute die Planken zurückgebaut haben, ansonsten hätte das Amt die Bretter auf Kosten der Familien beräumen lassen, hatte die Behörde geschrieben. Für die Useriner brachte diese Forderung das Fass zum Überlaufen. Sie haben sich mit ihrem Protest an das Nationalparkamt, an Landespolitiker, an das Ministerium und an die Öffentlichkeit gewandt und hoffen nun auf eine einvernehmliche Lösung mit der Behörde, um den Steg zu retten.