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Petra Pau lässt sich von den Tänzern überzeugen

Die Spielzeit hat gerade erst begonnen, da sorgt die Deutsche Tanzkompanie bereits für Schlagzeilen. Die Existenznot des Ensembles ist auch in Berlin gehört worden. Am Dienstag stattete die Vizepräsidentin des Bundestages den Tänzern einen Besuch ab.

Einen Blick in die Probe gestattete das Ensemble der Deutschen Tanzkompanie der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau (Die Linke).
Anett Seidel Einen Blick in die Probe gestattete das Ensemble der Deutschen Tanzkompanie der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau (Die Linke).

Die Tänzer der Tanzkompanie dürfen zumindest bis Ende 2017 ihre Tänze tanzen. Eine Brückenfinanzierung für diese Spielzeit und den Rest des Jahres 2017 könnte ein Durchatmen möglich machen. Könnte. „Wir brauchen möglichst schnelle Signale“, machte Tanzkompanie-Direktor Wilhelm Denne allerdings den Ernst der Lage deutlich. Am Dienstag war Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages in Neustrelitz zu Gast. Petra Pau hatte in Stavenhagen einen Halt auf ihrer Lesereise gemacht. „Ich nutze solche Termine aber auch, um mir interessante Einrichtungen anzusehen und auch solche, wo es Probleme gibt“, sagte sie.

Die Neustrelitzer Tanzkompanie erfülle beide Kriterien, meinte Wilhelm Denne. Er nutzte die Gelegenheit, um die massiven finanziellen Probleme anzusprechen. Denne informierte die Politikerin darüber, dass die Tanzkompanie mit der angestrebten Fusion zu einem Staatstheater Nordost nicht mehr stattfinden würde. Jetzt sei das 1991 als Stiftung gegründete Ensemble auf der Suche nach Geldgebern. Wobei Denne dabei auch weiterhin aufs Land setzt, aber nicht ausschließen wollte, dass auch die Kommunen oder der Bund ihren Anteil leisten könnten. Petra Pau nutzte nicht nur die Gelegenheit, um mit dem Direktor und dem künstlerischen Leiter, Lars Scheibner, ins Gespräch zu kommen, sondern ließ sich auch von dem Können des Teams überzeugen.

Ensemble will eine feste Spielstätte in Berlin

„Infiziert“, fasste sie anschließend zusammen. „Ich kann ihnen nicht viel versprechen, aber auf jeden Fall werde ich sie in Berlin ins Gespräch bringen.“ Ausgetauscht wurde sich über mögliche Bundesmittel, die projektbezogen fließen könnten. Im Haus am Riefstahlplatz gebe es einen gehörigen Sanierungsstau. Petra Pau versprach, sich mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Verbindung zu setzen, die sich bereits vor einigen Monaten für den Erhalt ausgesprochen hatte und damit einen Appell an Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD) gerichtet hatte. Die Linken-Politikerin sicherte zudem zu, bei den  Haushaltsverhandlungen zu prüfen, inwieweit das Ensemble berücksichtigt werden könnte. „Gewonnen haben sie mich schon, jetzt muss ich nur jemanden finden, der helfen kann.“ Petra Pau stimmte aber auch zu, dass die Deutsche Tanzkompanie nach wie vor die Gespräche mit dem Land suchen soll.

14 Tänzer gehören derzeit zur Kompanie, die als Tournee-Ensemble wohl einzigartig ist, wie der künstlerische Leiter, Lars Scheibner, informierte. Ziel sei es, noch stärker im Land präsent zu sein. Außerdem versucht das Ensemble derzeit, in Berlin eine feste Spielstätte zu etablieren.