Unternehmensgründung:

Pflege-Stern will wachsen

Ein 62-jähriger Woldegker hat ein Unternehmen gegründet, das zu allen Fragen rund um das Thema Pflege berät. Unabhängig von Verbänden und Krankenkassen will er ein großräumiges Netzwerk aufbauen.

Mit seinem Pflege-Stern will Klaus Segeth eine Vorreiter-Rolle einnehmen.
Susanne Böhm Mit seinem Pflege-Stern will Klaus Segeth eine Vorreiter-Rolle einnehmen.

Die Großmutter liegt zwischen Sessel und Wohnzimmertisch. Sie ist gefallen, kommt aus eigener Kraft nicht mehr hoch. Der Enkelin wird klar: So kann es nicht weiter gehen. Oma braucht Hilfe beim Waschen, Anziehen, Essen. Sie muss gepflegt werden. Früher oder später trifft es jeden: Eltern oder Großeltern werden hinfällig, brauchen Unterstützung im Alltag. Spätestens wenn das Problem akut ist, müssen sich die Angehörigen durch den Pflege-Dschungel arbeiten. Welches Pflegeheim ist geeignet? Woher kommt finanzielle Unterstützung? Wann tritt eine Patientenverfügung in Kraft? Klaus Segeth aus Woldegk hilft Betroffenen, Antworten auf die vielen Fragen zu finden. Der 62-Jährige hat ein unabhängiges Zentrum für Pflegeberatung und Pflegebegutachtung gegründet - die Beratungsstelle Pflege-Stern. Unbeeinflusst von Verbänden und Krankenkassen vermitteln der zertifizierte Pflegeberater und seine Kollegen Pflegedienste und -heime, sie helfen, wenn Angehörige selbst pflegen oder begleiten bei der Pflegeinstufung.

Zu Jahresbeginn haben Klaus Segeth und seine Partner ihre Beratungsstellen eröffnet. Die Zentrale ist in Neubrandenburg, Zweigstellen gibt es in Prenzlau (Brandenburg) und Leipzig (Sachsen), eine dritte Außenstelle wird im sächsischen Chemnitz gegründet. Fest angestellt ist nur eine Buchhalterin. Alle anderen Partner arbeiten freiberuflich auf Honorarbasis.

Klaus Segeth sieht sich als Vorreiter. „Der Bedarf ist riesengroß.“ 10 bis 20 Anfragen gehen wöchentlich im Neubrandenburger Büro ein. „Wir kriegen Anrufe aus der ganzen Mecklenburgischen Seenplatte, seit einer Weile sogar aus Vorpommern-Greifswald.“ Ziel für die nächsten fünf Jahre ist, „dass bis dahin ein Beratungs-Netzwerk in ganz Ostdeutschland steht. Der Markt eröffnet sich gerade. Die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt zu.“ Größere Schwierigkeiten sieht er nicht, wenngleich „noch nicht alle Krankenkassen die Existenz unseres unabhängigen Büros akzeptieren wollen“.

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