Als Neuling bei der Feuerwehr:

Jetzt liegt der Pieper immer in Griffweite

Wegen anhaltenden Personalmangels schien die Einsatzbereitschaft der Wesenberger Feuerwehr schwer gefährdet. Ein 26-Jähriger hat beschlossen, mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Den Feuerwehr-Pieper hat Marcel Beyer seit Neuestem immer dabei, auch an seinem Arbeitsplatz im Büro der Wesenberger Dachdeckerei Friedemann. 
Susanne Böhm Den Feuerwehr-Pieper hat Marcel Beyer seit Neuestem immer dabei, auch an seinem Arbeitsplatz im Büro der Wesenberger Dachdeckerei Friedemann. 

In Zeiten, in denen Feuerwehren allerorten händeringend um die Zahl der aktiven Mitstreiter bangen, hat die Wesenberger Stützpunktwehr tatkräftgen Zuwachs erhalten: Der 26-jährige Dachdeckermeister Marcel Beyer hat sich den Rettern angeschlossen.

Zu diesem Schritt bewogen habe ihn eine eindringliche Rede des Bürgermeisters, dass die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr wegen Personalmangels nicht mehr durchgehend gewährleistet sei. "Da kam ich zu der Erkenntnis. Wenn mir mal etwas passiert, erwarte ich auch, dass man mir hilft", erzählt der junge Mann. "Schließlich arbeite ich nicht auswärts, bin täglich mindestens von 5 bis 17 Uhr in Wesenberg. Solche Leute werden ja gesucht."

Bis heute ist er gerührt, wie warmherzig von den Kameraden aufgenommen wurde. "Ich bin zu einer ganz normalen Übung gegangen, habe mich als 'der Neue' vorgestellt, und alle haben sich sofort gekümmert." Seither heißt es für Marcel Beyer lernen, lernen und nochmals lernen. Jeden Freitagabend und Sonnabendvormittag ist eine Übung, bald besucht er einen zweiwöchigen Truppmann-Lehrgang, nebenher macht er einen Lkw-Führerschein, später will er Maschinist werden.

Begeistert von Teamgeist und Technik

Mit Beruf und Privatleben lässt sich das neue Ehrenamt durchaus vereinbaren. "Meine Freundin findet das auch gut und hat Verständnis. Dann komme ich eben mal zwei Stunden später nach Hause oder lerne abends noch ein bisschen für den Führerschein."

Sogar sechs Einsätze hat Beyer schon mitgemacht. Beim Orkantief im Januar rückte er mit zu umgestürzten Bäumen aus, half, die Stämme von den Straßen zu räumen. Natürlich ist es für einen Feuerwehrneuling nicht leicht, mit den erfahrenen Kameraden mitzuhalten. Doch auch im Einsatz zeigten sich die Feuerwehrleute kameradschaftlich. "Selbst wenn alle losrennen, bleibt mindestens einer, der einem alles erklärt."

Dieser Teamgeist es es, der ihn an der Feuerwehrarbeit begeistert. Hinzu kommt der Umgang mit der Technik. "Ich hatte in dieser kurzen Zeit schon Löschübungen und habe geholfen, zu Übungszwecken ein Auto aufzuschneiden. Man hat einen ganzen Lkw, der bis oben hin voller Technik ist - einem Mann macht sowas Spaß."

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Kommentare (1)

Ich wünsche Herrn Beyer, dass er von der Stadt ernst genommen wird und diese freiwillige Tätigkeit geschätzt wird. Die Wichtigkeit einer Feuerwehr muss endlich mal ernst genommen werden, bevor etwas Schlimmes passiert. Das war und ist leider immer noch nicht der Fall. Nun liegt es am Bürgermeister, ob er seine "Männer" zu schätzen lernt.