Erfolgreicher Waldspaziergang:

Pilzsuche ist auch im Winter nicht umsonst

Um Pilze zu finden, muss man ein gutes Auge und viel Erfahrung haben, wie Edeltraud und Siegfried Wilhelm aus Neustrelitz. Das Rentnerehepaar ist auch dieser Tage nicht umsonst im Wald gewesen.

Siegfried und Edeltraud Wilhelm präsentieren stolz ihren Fund.
Sophie Ludewig Siegfried und Edeltraud Wilhelm präsentieren stolz ihren Fund.

Stolz hält Edeltraud Wilhelm einen Korb voller hellbrauner Pilze in der Hand. „Das haben wir alles am Montag gefunden“, sagt die 70-Jährige mit einem zufriedenen Lächeln. Drei Kilo Austern-Seitlinge hat sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Siegfried auf der Neustrelitzer Schlosskoppel gesammelt.

Das war allerdings nicht ihre erste Sammelaktion in diesem Jahr. Anfang Februar haben die beiden schon einmal zwei große Körbe voll mit dem Winterpilz nach Hause gebracht. Demnächst wollen sie sich noch auf die Suche nach Bovisten und Samtfußrüblingen machen. Viele Pilzsorten gebe es zwar nicht, die im Winter wachsen, aber bei den Neustrelitzern sei der Korb immer gut gefüllt. „Wir kennen da eine gute Stelle“, erzählt Siegfried Wilhelm. Mehr will er aber nicht verraten. „Wenn man geschulte Augen hat, dann kann man immer etwas finden“, meint der 75-Jährige augenzwinkernd.

Geschulte Augen haben die beiden Rentner aus Neustrelitz auf jeden Fall. Bereits seit mehr als fünfzig Jahren gehen sie gemeinsam in die Pilze. „Die Pilzsuche ist unsere Leidenschaft, dabei können wir alles andere vergessen“, sagt Edeltraud Wilhelm. „Wir sind einfach gerne in der Natur und lieben die Bewegung an der frischen Luft. Wenn man dann noch ein Erfolgserlebnis beim Suchen hat, kann der Tag eigentlich gar nicht besser werden“, fügt ihr Ehemann hinzu.

Keine Angst vor Pilzvergiftung

Die Fundstücke verarbeitet die Dame des Hauses meistens zu Suppen und Pfannengerichten. Zu den Lieblingssorten des Paares gehören Steinpilz und Rotkappe. „Bei Pilzen braucht man sich nicht viel Mühe zu machen. Man kann sie zum Beispiel mit ein bisschen Zwiebel und Speck anbraten – einfach lecker!“, findet Edeltraud Wilhelm. Angst vor einer Pilzvergiftung hat das Paar nicht. „Wenn man sich ordentlich auskennt, kann einem auch nichts passieren“, sind sie überzeugt.

Da Edeltraud und Siegfried Wilhelm oft mehr finden, als sie selber verbrauchen können, profitiert auch der Rest der Familie von ihren regelmäßigen Streifzügen durch die Neustrelitzer Wälder. Ihr Hobby haben sie übrigens an ihren Sohn weitergegeben. Edeltraud Wilhelm muss lachen: „Der ist schon fast so pilzverrückt wie wir.“