Lohnkürzungen und Entlassungen:

Politiker lassen Bahnwerker in schweren Zeiten nicht allein

Die angespannte wirtschaftliche Situation im Neustrelitzer Bahnwerk hat jetzt die Politik auf den Plan gerufen. Es soll alles dafür getan werden, damit der Standort nicht in Frage gestellt wird.

Blick aufs Neustrelitzer Bahnwerk: Der Betrieb muss sich auf schwere Zeiten einstellen.
Anett Seidel Blick aufs Neustrelitzer Bahnwerk: Der Betrieb muss sich auf schwere Zeiten einstellen.

„Ich fühle mich gegenüber den Mitarbeitern verpflichtet“, sagt CDU-Fraktionschef Vincent Kokert. Der Landtagsabgeordnete aus Neustrelitz reagiert damit auf die Nachrichten über das Netinera Bahnwerk in Neustrelitz. In den vergangenen Tagen ist bekannt geworden, dass dort Entlassungen und Lohnkürzungen anstehen. Aus dem Werk wurde dies bestätigt. Die wirtschaftliche Situation lasse den Verantwortlichen keine andere Wahl, hieß es. Mit dem Standort Neustrelitz habe dies jedoch nichts zu tun, deutschlandweit sei die Auftragslage für die Schwermaschineninstandsetzung, so wie diese im Neustrelitzer Werk angeboten wird, schlecht.

Nach Ostern will Vincent Kokert sich selbst ein Bild von der derzeitigen Situation im Bahnwerk machen. Gemeinsam mit dem CDU-Landesvorsitzenden Lorenz Caffier und Bundestagsabgeordneten Eckhardt Rehberg soll noch einmal die derzeitige Auftragslage angesprochen und nach Lösungen gesucht werden. Für Vincent Kokert ist es wichtig, dass in seiner Heimatstadt Neustrelitz die letzten Industriearbeitsplätze erhalten bleiben.

Auch Neustrelitz Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) weiß um die Wichtigkeit des Bahnwerks – als eines der größten Neustrelitzer Betriebe – für die Stadt. „Wir sind regelmäßig in Kontakt mit dem Werk – auch wenn es nicht so gut läuft“, so das Stadtoberhaupt. Grund bedauert, dass die wirtschaftliche Situation sich derzeit für das Bahnwerk so ungünstig gestaltet.  Er verwies noch einmal darauf, dass in dem Betrieb schwere Zeiten überwunden werden mussten, als die Strecke zwischen Berlin und Rostock 2012 und 2013 von den wichtigsten Schienensträngen abgeschnitten war und somit Aufträge verloren gingen. Auch er betonte, dass das Werk gut gelegen sei und der Standort nicht in Frage stehe. Nur es fehlen derzeit Industrie-Aufträge, so der Bürgermeister. Die Stadt selbst bemühe sich darum, die Zufahrt zum Bahnwerk auszubauen. Aus dem Betrieb hieß es bereits vor einigen Tagen, dass die Strukturveränderungen nötig seien, um sich auf den Markt einzustellen. Arbeitszeitverkürzungen von zwei Stunden sollen nur für ein Jahr gelten. Danach, so hofft das Unternehmen, sind die Weichen für die Zukunft gestellt.