Unverschuldet zur Kasse gebeten:

Privatleute bleiben auf Heizkrise-Kosten sitzen

Wer unterstützt die Feld­berger, die nach dem Ausfall des Heizkraftwerkes unverschuldet tief in die Tasche greifen müssen? Das Innenministerium winkt ab, der Landkreis auch. Und noch ein Problem bahnt sich an.

Frieren müssen Roswitha Eberhardt und ihr Mann zum Glück nicht. Sie heizen jetzt mit Gas, die nagelneuen Thermen sind isoliert. Der Umbau war allerdings teuer.
Susanne Böhm Frieren müssen Roswitha Eberhardt und ihr Mann zum Glück nicht. Sie heizen jetzt mit Gas, die nagelneuen Thermen sind isoliert. Der Umbau war allerdings teuer.

Ein halbes Jahr nach der Insolvenz des Feldberger Holzheizkraftwerks hat das Land der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt. Wer aber unterstützt die vielen Privatleute und Unternehmen, die für neue Heizungsanlagen ebenfalls tief in die Tasche greifen mussten? Niemand. Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns winkt auf Nordkurier-Nachfrage ab, der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ebenfalls.

Das ist für viele ein Schlag ins Kontor, denn die Umstellung auf neue Heizsysteme war teuer. „Wir mussten komplett auf Gas umrüsten. Das hat knapp 15 000 Euro gekostet“, sagt Gunther Blühm vom Restaurant Deutsches Haus. Roswitha und Eberhardt Ernst haben ein Haus, in dem sie selbst wohnen, und ein zweites, das sie vermieten, für rund 20 000 Euro mit neuen Anlagen ausgestattet. 

Und schon bahnt sich ein weiteres Problem an: Im nicht mehr benötigten Netz steht noch das Heizwasser, das bei Frost richtig gefährlich werden kann. Gefriert es, können Leitungen platzen und Folgeschäden entstehen. Das Wasser muss abgepumpt werden, und zwar schnell, denn schon kündigt der Wetterbericht ersten Nachtfrost an. „Der Auftrag ist ’raus, er ist an ein Feld­berger Unternehmen vergeben und auf den 30. Oktober datiert“, sagt Vize-Bürgermeister Reiner Stöhring.

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