Haftstrafe auf dem Prüfstand:

Prozess gegen Sprengstoff-Bastler geht weiter

Er hantierte unter anderem mit Nitroglycerin und wurde deshalb zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt. Jetzt hat sein Anwalt Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Der Prozess gegen den Angeklagten David M. geht in die nächste Runde.
Stefan Sauer Der Prozess gegen den Angeklagten David M. geht in die nächste Runde.

Der Prozess gegen einen Mann aus Woldegk (Kreis Mecklenburgische Seenplatte), der in seiner Wohnung mit Sprengstoff hantiert hat, geht in die nächste Instanz. Wie ein Sprecher des Amtsgerichts Neubrandenburg am Donnerstag erklärte, hat sein Anwalt Berufung gegen das Urteil eingelegt, so dass das Landgericht neu verhandeln müsste.

Der 34-jährige Mann war am 14. September wegen Verstoßes gegen Sprengstoff- und Waffengesetze zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Die Strafe solle potenzielle Nachahmer abhalten und könne nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, hatte Richter Jörg Landes erklärt.

Haus wurde stundenlang evakuiert

Verteidiger und Staatsanwaltschaft hatten beide eine Bewährungsstrafe für den Mann gefordert. Er hatte zugegeben, fast drei Jahre in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit großen Mengen an explosiven Substanzen experimentiert und im Freien etwa 50 Mal Sprengungen ausprobiert zu haben.

Das Chemie-Arsenal, darunter Nitroglycerin in einer Flasche im Kühlschrank, war nur durch Zufall im Februar entdeckt worden. Eine Nachbarin sah Qualm und rief die Feuerwehr. Zur Bergung war das gesamte Haus stundenlang evakuiert worden.