Neujahrsempfang der TSG Neustrelitz :

Regionalliga-Herbstmeister wartet noch auf den „Prinzen“

Acht Wochen bleiben den Residenzstadtkickern bis zum vom DFB geforderten Nachweis, wirtschaftlich in der 3. Bundesliga spielen zu können. Der Vereinsvorstand gibt sich angesichts des großen überregionalen Interesses am Fußballclub gelassen.

Wohin geht es mit der TSG Neustrelitz? Maskottchen Mecki scheint schon einen potenten Sponsor, der den Weg in die 3. Liga ebnen kann, unter den Zuschauern entdeckt zu haben.
Matthias Schütt Wohin geht es mit der TSG Neustrelitz? Maskottchen Mecki scheint schon einen potenten Sponsor, der den Weg in die 3. Liga ebnen kann, unter den Zuschauern entdeckt zu haben.

 „Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?“ TSG-Stadionsprecher Arko Mühlenberg und seine Band hatten den Gassenhauer beim 11. Neujahrsempfang des Neustrelitzer Vereins zwar nicht im Programm, aber irgendwie schwebte er über den Tischen in der Strelitzhalle. Und es war indirekt auf der Fototafel im Eingangsbereich abzulesen: „Herbstmeister – 7 Punkte Vorsprung – Aufstieg???“

TSG-Präsident Hauke Runge bestätigte in seiner Ansprache, dass der Verein zum 1. März die Lizenz für die 3. Bundesliga beim DFB beantragen wird. Bleiben acht Wochen, in denen ein Finanzierungskonzept erarbeitet werden muss. Das sei ein ernstes Thema. „Es ist nicht davon auszugehen, dass wir nur mit dem bestehenden Pool von 180 Sponsoren die nötigen Mittel zusammenbekommen“, sagte TSG-Vize Jörg Ulbrich dem Nordkurier. „Wir warten noch auf einen Prinzen, sprich einen Hauptsponsor, und sind mit mehreren überregionalen Geldgebern im Gespräch.“ Mit dem sportlichen Erfolg der Regionalliga-Fußballer habe das Sponsorengeschäft jetzt auch eine Eigendynamik entwickelt. „Da kommt ein Baustein zum anderen, in den nächsten Tagen wird uns erst einmal der vorgeschriebene Wirtschaftsprüfer den Spiegel vor das Gesicht halten.“ Der Vorstand bleibe aber gelassen.

Zu den happigen Auflagen des DFB für die 3. Liga gehören auch 10 001 Plätze im Parkstadion, darunter 2000 Sitzplätze. Wird das Kontingent nicht erreicht, müsste die TSG im Punktspielbetrieb in ein entsprechendes Stadion ausweichen, vermutlich nach Berlin. Immerhin hat ein Funktionär des Fußballbundes bereits in Neustrelitz vorbeigeschaut und es als machbar bezeichnet, hier Drittliga-Fußball zu spielen. Ohne Stadt, Landkreis, Land und natürlich Zuschauer sei das aber nicht hinzukriegen, lautete die klare Botschaft der TSG-Führungsspitze um Hauke Runge und Jörg Ulbrich. 

Noch gar nicht die Karten auf den Tisch legen konnte Andrea Binkowski, Vorstandsvorsitzende des aktuellen Hauptsponsors des Regionalligisten, der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz. Zu gegebener Zeit werde der Vorstand den Verwaltungsrat mit den Vorstellungen der TSG vertraut machen, aber in dem Entscheidungsgremium säßen nicht nur Fußballenthusiasten. „Wir haben als Förderer ein sehr breites Betätigungsfeld und bereits jetzt fließt der überwiegende Teil des Geldes nach Neustrelitz, darunter zur TSG“, so Binkowski zurückhaltend. Zugeknöpft gab sich auch Landrat Heiko Kärger (CDU). Er habe noch „ein bis zwei Ideen“, sagte er, auf Hilfe für den Verein angesprochen.

Ein gutes Zeichen war noch mitzunehmen. Das Buffet war erstmals nicht im Saal, sondern an der benachbarten Sportfläche aufgebaut worden. „Sportlicher Erfolg braucht Platz“, kommentierte Pressesprecher Stephan Neubauer die gewachsene Zahl der Sponsoren. Und ein Nichtaufstieg war trotz ausstehender 14 Regionalliga-Spiele und der Relegation irgendwie kein Thema.