Letzte Nachwirkungen der Feldberger Heizkrise:

Rohrfrei auf den letzten Drücker

Dienstag wird endlich das Wasser aus den alten Leitungen des Feldberger Heizwerkes abgepumpt. Es wird höchste Zeit, denn bei Frost können die Rohre platzen und Häuser unter Wasser setzen.

Mit einem mulmigen Gefühl steht Ernst Eberhardt in seinem Keller vor den alten Rohren. Die Leitungen sind voller Wasser, stehen unter Druck.
Susanne Böhm Mit einem mulmigen Gefühl steht Ernst Eberhardt in seinem Keller vor den alten Rohren. Die Leitungen sind voller Wasser, stehen unter Druck.

Das ist gerade noch mal gut gegangen: Dienstag beginnen die Neustrelitzer Hauke Runge GmbH und die Stadtwerke Neustrelitz damit, das Heizwasser aus den alten Rohren des insolventen Heizwerkes in Feldberg zu pumpen. Gerade rechtzeitig vor dem Winter, in dem Frost die Leitungen zum Platzen gebracht hätte. 

Eigentlich wollte die Feldberger Heizung-Sanitär GmbH Andreas Pankratz im Auftrag der Gemeinde das Wasser schon bis zum 30. Oktober abgepumpt haben. Feldbergs Ordnungsamtsleiter Reiner Stöhring ging zunächst davon aus, dass das Unternehmen den Auftrag, den es angenommen hat, ausführt. Doch das Wasser steht bis heute in den Rohren. „Wir haben keine Kapazitäten frei“, teilte das Unternehmen am Montag auf Nordkurier-Nachfrage mit. Eilig suchte die Gemeinde nun eine neue Firma. „Wir sind froh, dass wir im Rahmen der Gefahrenabwehr über die Stadtwerke einen verlässlichen Vertragspartner gefunden haben, der kurzfristig eingesprungen ist“, erklärt Reiner Stöhring. „Das hat sich noch mal zum Guten gewendet. Ich bin erleichtert und dankbar.“

Denn bliebe das Wasser in den Rohren, würde das richtig gefährlich. Das alte Leitungssystem des Heizwerks ist fünf Kilometer lang und hat hunderte Hausanschlüsse. „Wenn die Leitungen platzen, ist die Frage, wo. Im besten Fall wird nur ein Gehweg unterspült, oder eine Straße vereist. Im schlimmsten Fall kommt es in einem Haus zum Bruch, und das Haus wird unter Wasser gesetzt. In den Rohren sind erhebliche Mengen, die können richtig Schaden anrichten.“

Binnen drei Tagen soll alles erledigt sein

Bei Nachttemperaturen, die sich zeitweilig schon um die zwei Grad bewegten, wurde vielen betroffenen Feldbergern flau. „Die alten Rohre in unserem Keller stehen noch unter Druck. Nicht, dass da etwas passiert“, sagte Ernst Eberhard, der ein Haus in der Strelitzer Straße besitzt. Auch Günther Blühm vom Hotelrestaurant Deutsches Haus machte sich Sorgen. „Wenn die Leitungen platzen, kann uns das den Kopf kosten.“ Jetzt aber können die Feldberger aufatmen.

„Das Ablassen des Wassers geht in drei Tagen über die Bühne“, so Stöhring. Bis dahin wird das Wetter wohl mitspielen. In den meisten Häusern sei das Abpumpen kaum zu bemerken. „Gearbeitet wird am tiefsten Abnahmepunkt, das ist das Alten- und Pflegeheim. Dort wird das Wasser abgelassen und durch die Kanalisation entsorgt. Parallel wird am Heizkraftwerk Druckluft ins Netz gepumpt. Dann wird geprüft, ob das Wasser raus ist oder ob weitere Ablasspunkte geöffnet werden müssen.“

Die Kosten trägt der Steuerzahler. „Eigentlich ist der Insolvenzverwalter verantwortlich, der kümmert sich aber nicht, also läuft das wieder zu Lasten der Allgemeinheit“, muss Stöhring konstatieren.

 

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