Neues Stadion, alte Probleme:

Rollstuhlfahrer wird TSG-Besuch schwer gemacht

Mike Dierberg ist Fan der TSG Neustrelitz. Nach dem Ausbau des Stadions hieß es, dass die Bedingungen für Rollstuhlfahrer besser werden. Doch ein Test zeigt – hier liegt einiges im Argen.

Mike Dierberg würde neben der VIP-Tribüne im Parkstadion am besten stehen. Aber dort benötigt er eine Rampe um auf Toilette zu kommen.
Marlies Steffen Mike Dierberg würde neben der VIP-Tribüne im Parkstadion am besten stehen. Aber dort benötigt er eine Rampe um auf Toilette zu kommen.

Irgendetwas fehlt immer: Mike Dierberg ist TSG-Fan und er ist gern im Stadion, um seiner Mannschaft die Daumen zu drücken. Der Neustrelitzer hat indessen ein Problem und das ist auch nach dem Stadionausbau für ihn nicht gelöst. Mike Dierberg sitzt im Rollstuhl. „Nach dem Stadionausbau sollten die Bedingungen für Rollstuhlfahrer besser werden, hat man mir gesagt“. Doch das ist nicht so, findet der 51-Jährige, den ein Unfall in den Rollstuhl zwang.

Das Problem: Es sind zwar 18 Plätze für Rollstuhlfahrer ausgewiesen. Sie befinden sich an allen vier Seiten des Spielfeldes auf der Kunststoffbahn, wie Stadtsprecherin Petra Ludewig auf Nachfrage bestätigt. Die Zufahrt dazu befindet sich aber weit weg vom zentralen Stadionzugang in der Kurve hinter dem Gäste-Fanblock. Wer dort hinwill, muss sich vorher anmelden, damit ihm aufgeschlossen wird.

Mike Dierberg legt möglichst alle Strecken in Neustrelitz mit dem Handbike zurück. Mit dem Handbike aber die Kopfsteinpflasterstraße zu besagtem Stadionzugang hochzukommen, ist schlichtweg unmöglich. Dierberg hat es bei einem Treffen mit Reporterin Marlies Steffen ausprobiert. Er brauchte Unterstützung, musste geschoben werden.

Im Stadion selbst ist er zwar den Weg zur Tartanbahn mühelos heruntergefahren. Zurück ist es schon schwieriger, denn auch der Weg weist ein Gefälle auf. „Auf der Kunststoffbahn stehen wir bei Wind und Wetter ungeschützt“, gibt der Neustrelitzer zudem zu bedenken. Außerdem: Der Weg zum behindertengerechten WC ist vergleichsweise weit, um die 75 Meter, wenn man gleich neben der Auffahrt steht. Essen und Trinken gibt es gleich gar nicht. Die Imbissstände befinden sich nur im Zentrum des Stadions. „Ich fahre aber um die acht Kilometer von Altstrelitz zum Stadion, da würde ich schon gern wenigstens etwas trinken“, sagt Mike Dierberg. Er gibt auch zu bedenken, dass selbst die Anfahrt mit dem Auto nicht alle Probleme aus der Welt schaffen würde.

Bei dem Vor-Ort-Termin in dieser Woche mit TSG-Verantwortlichen und mit Platzwart Bodo Eder von der Stadt Neustrelitz wurde immerhin überlegt, wie Mike Dierberg künftig geholfen werden kann. „Wir werden nach einer Lösung suchen“, versprachen Cindy Mann aus der Geschäftsstelle und Fan-Beauftragter Robert Gerhardt.

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