Kein Geld in der Kasse:

Rotstift setzt beim Winterdienst an

Die rasant steigenden Kosten für den  Winterdienst werden zur Zerreißprobe für Gemeinden wie Blankensee und Möllenbeck. Wie lange können sie sich den Service noch leisten?

Auf Nebenstrecken wird nicht mehr gestreut.
Arno Burgi Auf Nebenstrecken wird nicht mehr gestreut.

Bitte lass‘ es nicht schneien – dieser Satz würde wohl ganz oben und unterstrichen auf der Wunschliste der Gemeinden Blankenhof und Möllenbeck stehen – wenn es  denn solch eine Liste gebe. Nach einigem Hin und Her ist der Winterdienst für die Saison gesichert, aber der Preis sorgt für viel Unmut. Mit dem Rücken zur Wand mussten die Gemeindevertreter schließlich das Angebot für den Winterdienst akzeptieren – es  war das einzige. „Das ist eine deutliche Steigerung von 330 Prozent“, beschreibt  Bürgermeister Wulf Bednorz die Kostenexplosion. Einziger Trost: Das Angebot gilt nur für ein Jahr. Zumindest  in diesem Punkt konnten sich die Gemeinden Blankensee und Möllenbeck durchsetzen. In allen anderen zogen sie den Kürzeren.

Kein finanzielles Polster mehr

Schon die erste Ausschreibungsrunde war ein Fiasko. Von drei Firmen, die angeschrieben worden waren, gab  nur eine ein Angebot ab. Selbst bei wenigen Einsätzen wären die Kosten für die Gemeinden doppelt so hoch wie im Vorjahr geworden. Auf drei Jahre sollte der Vertrag festgeschrieben werden. Unmöglich, hieß es. Eine neue Ausschreibung sollte  es richten. Das Gegenteil ist nun der Fall. „Das werden wir uns  nicht mehr  leisten können“, macht Blankensees Bürgermeister deutlich. Die Gemeinde habe zwar noch  finanzielle Reserven, aber die können in Zukunft nicht mehr für den Winterdienst aufgebraucht werden. „Es  gibt  Pflichtaufgaben der Kommune, die haben auch ihren Preis. Der  Winterdienst gehört nicht dazu“, sagt er. Ähnlich äußert sich Möllenbecks Bürgermeister Reinhard Pahlke. Die Möllenbecker verfügen jedoch über kein finanzielles Polster mehr. In einem Schreiben an die Bürger zeigt Bürgermeister Pahlke die Konsequenzen auf: „Bei einem  durchschnittlichen Winter können auf die Gemeinde im Vergleich zu bisherigen Wintern Mehrkosten von bis zu 10 000 Euro zukommen...Die  finanziellen Mittel sind im Gemeindehaushalt in dieser notwendigen Höhe nicht vorhanden und darum schlagen die Abgeordneten vor, einen eingeschränkten Winterdienst  vorzuhalten.“

Im Klartext: Auf allen Straßen der Gemeinde  wird geräumt, gestreut wird allerdings nur noch auf ausgewählten Straßen. Neben- und Anliegerstraßen werden nicht mehr gestreut –  hier sind die Anlieger in der Pflicht. So drastisch geht man in der Nachbargemeinde Blankensee noch nicht vor. „Dieses  Jahr bleibt noch alles beim Alten. Aber nach diesem Winter wird es mit  Sicherheit  Änderungen geben müssen“, sagt  Wulf Bednorz.

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