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Schickes Pflaster – und es macht richtig Krach

Wenn nachts Autos über das Kopfsteinpflaster in Wesenbergs Seestraße brettern, steht Uta Forßbohm förmlich in ihrem Bett. Der Krach ruiniert die Lebensqualität im Stadtzentrum, findet sie. Gibt es für dieses Problem überhaupt eine Lösung?

Mit ihrem Kopfsteinpflaster, den gepflegten Häusern und der hübschen Bepflanzung sieht die Seestraße in Wesenberg sehr idyllisch aus.
Susanne Böhm Mit ihrem Kopfsteinpflaster, den gepflegten Häusern und der hübschen Bepflanzung sieht die Seestraße in Wesenberg sehr idyllisch aus.

Die Wesenberger Seestraße ist eine hübsche Wohngegend. Kopfsteinpflaster ziert die Fahrbahn, fast alle Häuser sind liebevoll gepflegt, Bäume, Sträucher und Blumen runden die Ansicht ab. Doch das Idyll trügt, sagt Anwohnerin Uta Forßbohm. Straßenlärm ruiniere das Wohngefühl.

Das Problem seien die Pflastersteine in Kombination mit überhöhter Geschwindigkeit. „Ab morgens 5 Uhr rasen trotz Tempolimit berufstätige Anwohner, aus der Mittelstraße kommend, Richtung Markt durch unsere Straße, um die Ausfahrt zur Bundesstraße 198 zu erreichen“, so Uta Forßbohm in einem Brief an den Nordkurier. „Selbst Fahrer von Lieferfahrzeugen, die früh morgens direkt in unserer Straße starten, haben es so eilig, dass sie die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Km/h deutlich überschreiten.“ Sogar ihre siebenjährige Tochter, die einen sehr tiefen Schlaf habe, sei schon von dem Lärm um die Nachtruhe gebracht worden. Verstärkte Polizeikontrollen oder weitere Schilder hält Uta Forßbohm für unzweckmäßig. „Einzig die Montage von Fahrbahnschwellen würde rücksichtslose Autofahrer dazu bringen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen“, findet sie. Erst im August sei sie mit ihrer Familie in die Seestraße gezogen. „Es wäre doch schade, wenn wir die netten Nachbarn, die wir hier kennen lernen durften, vorzeitig wieder verlassen müssten, weil der Lärm vor dem Haus für uns unerträglich geworden ist.“

Für Bürgermeister Helmut Hamp (BfW) ist das Problem nicht neu. „So geht es allen Leuten, die in Durchgangsstraßen mit Kopfsteinpflaster wohnen.“ Ihm seien des Öfteren Beschwerden zu Ohren gekommen. Seiner Ansicht nach gibt es nur eine Lösung: „Jeder Verkehrsteilnehmer muss sich regelkonform verhalten, um Belästigungen zu reduzieren.“ Bremsschwellen kommen seiner Ansicht nach nicht in Frage. „Vor welchem Haus soll man die denn bauen? Wem soll man das zumuten? An diesen Hügeln entsteht durch das Abbremsen, Überfahren und Beschleunigen noch viel schlimmerer Krach.“

Er habe die Beschwerde von Uta Forßbohm an das Ordnungsamt der Mecklenburgischen Kleinseenplatte weitergegeben. „Das muss beobachtet werden. Sollten sich die Beschwerden häufen, muss dort öfter kontrolliert werden.“

In Wesenbergs Nachbarstadt Mirow gibt es ein ganz ähnliches Problem. Die Töpferstraße ist ebenfalls mit Kopfsteinen gepflastert, auch dort leiden die Anwohner, und auch dort weiß die Stadt nicht so recht, wie das Problem zu beheben sei. Seit dieser Woche zeigt eine digitale Anzeigetafel Autofahrern, wie schnell sie unterwegs sind. Es ist ein Versuch, die Fahrer dazu zu bringen, die zugelassenen 30 Kilometer pro Stunde nicht zu überschreiten.