Besitzerwechsel beim Luisenhof?:

Schlossherr will Agrarbetrieb kaufen

Der Luisenhof Hohenzieritz könnte in neue Hände gelangen. Zunächst einmal wollen die Genossenschaftler aber von Experten wissen, was ihr Betrieb eigentlich wert ist. Gerüchte, das Unternehmen sei bereits verkauft, stimmen also nicht.

Herdenmanagerin Isabell Fechner und Vorstandsvorsitzender Axel Didt freuen sich über den jüngsten Nachwuchs des Luisenhofs.
André Gross Herdenmanagerin Isabell Fechner und Vorstandsvorsitzender Axel Didt freuen sich über den jüngsten Nachwuchs des Luisenhofs.

Der Berliner Immobilieninvestor Dr. Ulrich Weber hat allen 49 Mitgliedern der Agrargenossenschaft Luisenhof
in Hohenzieritz ein Kauf­angebot unterbreitet. Außerdem hat er neben Vorstand und Aufsichtsrat auf einer Belegschaftsversammlung den gut 50 Beschäftigten ein Konzept vorgelegt, mit dessen Umsetzung er den Betrieb stärken will. Darin sind Beschäftigungsgarantie und Investitionszusagen enthalten.

Allerdings haben die Genossenschafter beschlossen, den Betrieb zunächst bewerten zu lassen. „Wir reden nicht über ungelegte Eier und haben auch keinen Zeitdruck“, sagt der Vorstandsvorsitzende Axel Didt. Er begegnete damit auch Gerüchten, es sei längst alles unter Dach und Fach. Frühestens im Sommer könnte eine Entscheidung durch die Generalversammlung fallen, in der es zumindest momentan unterschiedliche Auffassungen gebe.

Weber, in der Strelitzer Region vor allem als Eigentümer des Jagdschlosses Prillwitz und als Mäzen bekannt, ist bereits ordentliches Mitglied der ­Genossenschaft. Er war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Betrieb steht auf soliden Beinen

Der Luisenhof ist der größte Agrarbetrieb der Region. Er betreibt auf rund 4500 Hektar Eigen- und Pachtland Pflanzenproduktion und verfügt über eine Biogasanlage. Zur Produktionspalette gehören außerdem Mutterkühe und Milchrinder.Für die Milchproduktion müsse dringend in einen neuen Stall in­vestiert werden, erläutert Didt. Zugleich soll der Bestand von momentan 350 auf 500 Milchkühe aufgestockt werden.

„Der Betrieb steht auf soliden Beinen, wir haben keinerlei Liquiditätsprobleme“, betont der Vorsitzende. Auch der Neubau könne aus eigener Kraft bewerkstelligt werden. 

Nach Auffassung Didts wird die Zukunft der Agrarbetriebe im Land über den Besitz an Boden entschieden. Und da verfüge Weber über mehr Flächen als die Genossenschaft. „Ein Zusammenbringen würde unseren Betrieb also auf eine noch ­solidere Basis stellen. Die Umsetzung des Konzepts von Herrn Weber, den wir als zuverlässigen und angenehmen Partner kennen, wäre gut für das Unternehmen und die ganze Gegend.“

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