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Schon 120 Jahre alt und doch neu

Ein Häuschen im Grünen – in der Seenplatte ist das an jeder Ecke möglich. Aber nahe Wesenberg nehmen es zwei frisch gebackene Hausbauer ganz genau: Ihr Haus soll nicht nur in der Natur stehen, sondern auch ganz natürlich sein.

Aus den Schwarzwälder Baumstämmen ist in Drosedow mittlerweile ein Haus entstanden. Im Oktober soll es fertig sein.
Andrea Dittmar Aus den Schwarzwälder Baumstämmen ist in Drosedow mittlerweile ein Haus entstanden. Im Oktober soll es fertig sein.

Weg vom Stadtlärm, rein in die Ruhe – für Heino und Mandy Busche erfüllt sich in diesem Jahr ein lange gehegter Traum. Die Bielefelder sind mit Drosedow schon sehr gut vertraut, denn Mandy Busche stammt ursprünglich aus Wesenberg. „Wir sind beide sehr naturverbunden und wenn man gebürtig aus einer kleinen Stadt kommt und dann in der Großstadt wohnt, hat man nur Stress und Hektik. Das wollten wir nicht mehr.“ So entschloss sich das Ehepaar, der westdeutschen Stadt den Rücken zu kehren und in Drosedow zu bauen.

Hier entsteht allerdings nicht irgendein Standardhaus. „Wir bauen ein Baumstamm-Haus“, erklärt Heino Busche. Was zuerst einmal nach Kinderversteck im Blätterdach klingt, entpuppt sich beim ersten Blick als großes Vorhaben. Das Haus, das neben der Drosedower Kirche entsteht, ist 8,45 Meter hoch und besteht aus Naturstämmen. 

Die Baumstämme dafür kommen aus dem Schwarzwald und sind etwa 120 Jahre alt. Sie werden im November bei Vollmond geschlagen. „Das klingt komisch, aber dann sind ist es kalt und trocken. Das ist gut für das Holz“, so der Bauherr.

Besonderes Patent stammt aus Thüringen

Das Naturstammhaus lassen sie sich von einem Thüringer Unternehmen bauen, das die Patente dafür hält. Klimaneutral ist das Haus noch dazu. „Wir bauen auch eine Wärmepumpe ein und dämmen mit Naturstoffen. Anschließend wird mit Lehm verputzt“, sagt Heino Busche. So seien Haus und Carport auch gesundheitlich vollkommen unbedenklich.

Der Aufbau der Baumstämme dauerte insgesamt zwei Tage. Die Bauplanung allerdings nahm zwei Jahre in Anspruch. „Das Haus passt so gut hier in die Natur“, findet Mandy Busche.

Die Nachbarskatze, die sich das Gelände schon zum Mäuse jagen reserviert, wird allerdings von den Katzen der Busches Konkurrenz bekommen, die mit in das Baumstammhaus ziehen. Im Oktober will Familie Busch schließlich in das Haus ziehen.